VKU Umfrage zeigt steigende Zuzahlungen
Fast Fashion treibt Kosten: Kommunale Entsorger zahlen für minderwertige Alttextilien drauf
Zum Start der Weltleitmesse IFAT macht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) auf die wachsenden Belastungen bei der Alttextilentsorgung aufmerksam. Eine aktuelle VKU Umfrage unter kommunalen Entsorgungsunternehmen und VKU Mitgliedsunternehmen zeigt: Die Qualität der gesammelten Alttextilien nimmt deutlich ab, während die Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung steigen.
04.05.26
Zum Start der Weltleitmesse IFAT macht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) auf die wachsenden Belastungen bei der Alttextilentsorgung aufmerksam. Eine aktuelle VKU Umfrage unter kommunalen Entsorgungsunternehmen und VKU Mitgliedsunternehmen zeigt: Die Qualität der gesammelten Alttextilien nimmt deutlich ab, während die Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung steigen.
VKU Umfrage zeigt steigende Zuzahlungen – Hersteller müssen die Kosten künftig tragen
Berlin/München, 4. Mai 2026. Zum Start der Weltleitmesse IFAT macht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) auf die wachsenden Belastungen bei der Alttextilentsorgung aufmerksam. Eine aktuelle VKU Umfrage unter kommunalen Entsorgungsunternehmen und VKU Mitgliedsunternehmen zeigt: Die Qualität der gesammelten Alttextilien nimmt deutlich ab, während die Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung steigen.
Die Ergebnisse sind eindeutig: 81 Prozent der Befragten stellen eine Verschlechterung der Alttextilqualität fest, davon 35 Prozent eine starke Verschlechterung. Nur ein sehr geringer Anteil berichtet von stabiler oder besserer Qualität. Parallel dazu hat sich die wirtschaftliche Situation erheblich verschärft. 72 Prozent der kommunalen Entsorger müssen inzwischen Zuzahlungen für die Verwertung von Alttextilien leisten, lediglich 28 Prozent erzielen noch Erlöse. Damit wird die Alttextilentsorgung für viele Kommunen zunehmend zum Zuschussgeschäft.
„Die kommunalen Unternehmen kümmern sich zuverlässig und flächendeckend um die Alttextilsammlung, auch unter den neuen Bestimmungen zur Getrenntsammlung, die seit Anfang 2025 gelten. Deshalb begrüßen wir die vorgelegten Eckpunkte für ein neues Textilgesetz ausdrücklich“, sagt Uwe Feige, VKU Vizepräsident und Leiter Kommunalservice Jena. „Sie stärken das Verursacherprinzip und nehmen die Hersteller erstmals systematisch in die Verantwortung. Entscheidend ist jetzt die konkrete Ausgestaltung: Wir brauchen klare Steuerung statt Sammelwildwuchs, eine verlässliche Organisation der flächendeckenden Sammlung und vor allem eine vollständige Kostenerstattung für kommunale Leistungen.“
Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die Zuständigkeiten. 73 Prozent der befragten Unternehmen sprechen sich dafür aus, dass die kommunale Sammelhoheit für Alttextilien auch im Rahmen der Erweiterten Herstellerverantwortung beibehalten wird. Die bestehenden kommunalen Sammelstrukturen bilden heute das Rückgrat der flächendeckenden Entsorgung und haben sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als stabil erwiesen.
Der VKU begrüßt vor diesem Hintergrund die Eckpunkte des Bundesumweltministeriums vom 27. März 2026 für ein eigenständiges Textilgesetz. Mit der vorgesehenen Erweiterten Herstellerverantwortung ist politisch entschieden, dass Hersteller künftig für die von ihnen in Verkehr gebrachten Textilien Verantwortung übernehmen und an den Kosten der Entsorgung beteiligt werden. Ein eigenes Textilgesetz schafft zudem Rechtsklarheit für einen stark wachsenden Abfallstrom und eröffnet die Chance, die Alttextilentsorgung verursachergerecht und dauerhaft zu organisieren und zu finanzieren.
Aus Sicht des VKU kommt es nun darauf an, dass die Herstellerverantwortung finanziell wirksam bei den Kommunen ankommt und die Organisation der Sammlung eindeutig geregelt wird. Nur wenn bestehende kommunale Strukturen eingebunden und Doppelstrukturen vermieden werden, kann das System effizient funktionieren.
Hier finden Sie den VKU auf der IFAT: IFAT 2026
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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