VKU zum heutigen Gespräch zur Spitzenglättung

Berlin, 19.02.2021

Heute fand bei Bundeswirtschaftsminister Altmaier ein Spitzengespräch zur Spitzenglättung statt, an dem Vertreter der Energie- und Automobilwirtschaft teilgenommen haben. Dazu erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing:

„Das Gespräch war konstruktiv. Allerdings wurden kaum neue Argumente ausgetauscht. Wie könnte das auch anders sein? Die Spitzenglättung, die jetzt von einigen Akteuren in Frage gestellt wird, ist das Ergebnis eines mehrjährigen transparenten Diskussionsprozesses, in dem die notwendigen Gutachten und alle Argumente auf dem Tisch lagen. Dabei hat sich die grundsätzliche Ausrichtung der Spitzenglättung, wie sie der bisherige Gesetzentwurf des BMWi vorsah, als beste und wirksamste Lösung erwiesen, um den Hochlauf der Elektromobilität mit Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz zu verbinden. Es wäre daher ein erheblicher Rückschritt, den Prozess neu aufzurollen.

Spitzenglättung ist die Ermöglichung der Verkehrswende. Zwar ist das Stromnetz bisher nicht der Flaschenhals für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Aber ohne die Option, Lastspitzen bei einer zeitweiligen Überbeanspruchung des Netzes zu glätten, kann es in ein paar Jahren in einigen Netzgebieten zu erheblichen Verzögerungen beim Anschluss neuer Ladestationen kommen. Mit Spitzenglättung können drei bis viermal mehr Ladestationen kurzfristig angeschlossen und in einen sicheren Netzbetrieb integriert werden. Zur Beantwortung der Frage, wie dies konkret ausgestaltet werden kann, lohnen die vereinbarten Gespräche. Hier wird sich der VKU aktiv einbringen.

Entscheidend ist, dass der Gesetzentwurf nicht auf die lange Bank geschoben wird. Wir müssen jetzt eine Lösung erarbeiten, die noch in dieser Wahlperiode beschlossen wird. Noch gibt es keinen Engpass bei der Integration der Elektromobilität. Wir brauchen jetzt die richtigen Instrumente für die Integration neuer, flexibler Verbrauchergruppen und für einen planbaren, verlässlichen und sicheren Netzbetrieb. Wir sollten jetzt agieren, um nicht in wenigen Jahren unter Druck nur noch reagieren zu können.“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 275.000 Beschäftigten wurden 2018 Umsatzerlöse von rund 119 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 12 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 90 Prozent, Wärme 74 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. 190 Unternehmen investieren pro Jahr über 450 Mio. EUR. Sie steigern jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent. Beim Breitbandausbau setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude.