VKU-Vizepräsident Hasenkamp fordert kreislauffähige Mehrwegsysteme für alle Verpackungsbereiche

Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen und Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, zu der aktuellen Studie des World Wildlife Fund for Nature (WWF) zur Kreislaufwirtschaft, „Verpackungswende jetzt“:

„Wir sehen uns von der WWF-Studie „Verpackungswende jetzt“ wieder einmal bestätigt: Ein Systemwandel hin zu einer wirksamen Abfallvermeidung, zu einer Ausschöpfung von Wiederverwendungsmöglichkeiten zum Beispiel über Mehrwegsysteme und zu einer ressourceneffizienten Verwertung, so wie sie die Konsumenten verstehen, ist gerade auch für Kunststoffe und Kunststoffverpackungen dringend erforderlich.

Denn trotz der vielen Forderungen auch von Seiten unseres Verbandes hat sich an den viel zu geringen Verwertungsquoten zu Kunststoffverpackungen und am hohen Anteil der Verbrennung von Plastikmüll bislang nicht viel verändert. Es wird nach wie vor viel zu wenig wiederverwendet und verwertet: Ein Anteil von 48 Prozent Recycling - wie in der Studie ermittelt - ist für den Ressourcenschutz und im Hinblick auf die Vermittelbarkeit gegenüber den Konsumenten natürlich nicht verantwortbar. Kreislauffähige Mehrwegsysteme müssen endlich in allen Verpackungsbereichen für den Konsum realisiert werden.

Die Qualität des verwendeten Kunststoffs ist zudem immer minderwertiger geworden – ein echtes Ärgernis, denn es wird in der Praxis zunehmend schwieriger, diese Materialien zu recyceln. Wiederholt hat der Verband kommunaler Unternehmen auf die zunehmende Komplexität zu Kunststoffverpackungen und die daraus resultierenden Probleme bei der Verwertung hingewiesen. Es ist zwingend erforderlich, sinnhafte Monostoffverpackungen zu entwickeln, Mehrschichtverpackungen vom Markt zu nehmen und selbst die Farbwahl der verwendeten Kunststoffe im Sinne der Erkennbarkeit bei unseren technischen Sortier- und Verwertungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Ergänzend sind sinnvolle Mindesteinsatzquoten für Recyclate für Verpackungen zwingend vorzugeben.

Wir können es uns schlicht nicht länger leisten, wertvolle Ressourcen im Umgang mit Kunststoffverpackungen zu verschwenden. Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling aller Materialien - dies sind die Kernforderungen unseres Verbandes seit langem.

Dafür brauchen wir klare Vorgaben von Seiten der Politik und können uns nicht mehr nur auf die Selbstverpflichtung einzelner Unternehmen verlassen. Gern unterstützt der VKU daher die Forderungen des WWF hin zu einem grundlegenden Systemwechsel für unsere Verpackungen aus Kunststoffen.“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 275.000 Beschäftigten wurden 2018 Umsatzerlöse von rund 119 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 12 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 90 Prozent, Wärme 74 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. 190 Unternehmen investieren pro Jahr über 450 Mio. EUR. Sie steigern jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent. Beim Breitbandausbau setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude.