VKU-Präsident Michael Ebling zum Abschluss der Weltklimakonferenz von Glasgow (COP26):

„Die Klimakonferenz hat noch einmal verdeutlicht: Solidarität ist ein elementarer Grundwert – gerade bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Bewältigung seiner Folgen. Das gilt global wie lokal. Wir sitzen alle in einem Boot, der Kampf kann nur gemeinsam geführt werden. Und: Wir müssen viel schneller werden, vor allem bei der Energie- und Wärmewende, die vor Ort in den Kommunen funktionieren muss.

Klimaschutz und der Aufbau klimarobusterer Strukturen findet vor Ort statt. Sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Betroffenheit von den Auswirkungen des Klimawandels sind unterschiedlich verteilt. Vor dem Hintergrund muss klar sein, dass niemand mit der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen allein gelassen werden darf. Deswegen ist es richtig, dass jetzt in Glasgow das Thema des finanziellen Ausgleichs zwischen reicheren und ärmeren Ländern einen Schwerpunkt bildete. Und deswegen war auf nationaler Ebene die Vereinbarung von Strukturhilfen für die Kohlekraftwerksstandorte richtig und daher war schnelle Hilfe für das Ahrtal und seine Bewohner richtig.

Die zweite wichtige Botschaft, die aus Glasgow gesendet wurde: Wir haben beim Kampf gegen den Klimawandel keine einzige Sekunde mehr zu verlieren. Zeit ist beim Klimaschutz die entscheidende Währung. Das muss auch die Prämisse der neuen Bundesregierung bei der Klimapolitik sein. Wir brauchen ein Energiewendebeschleunigungsprogramm. Die anstehenden Aufgaben für diese Legislaturperiode sind enorm. Wir müssen schneller werden

  • beim Ausbau der Erneuerbaren,
  • bei der technologieoffenen Wärmewende im Gebäudebereich,
  • beim Aufbau neuer klimafreundlicher gesicherter Kapazitäten in der Stromerzeugung,
  • beim Aus- und Umbau der Energieinfrastrukturen,
  • bei der Verkehrswende und
  • dabei, Städte und Gemeinden klimarobust zu machen.

Stadtwerke und kommunale Unternehmen engagieren sich auf all diesen Feldern. Sie machen Klimaschutz vor Ort möglich und unterstützen die Bundesregierung dabei, die Klimaschutzziele zu erreichen.

Damit es in Deutschland schneller geht, muss auch der europäische Rechtsrahmen stimmen. Wir ermutigen die EU-Kommission daher, das Wettbewerbs- und Beihilferecht noch stärker auf die übergeordneten Klimaschutzziele der Europäischen Union auszurichten.“

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 283.000 Beschäftigten wurden 2019 Umsatzerlöse von 123 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 13 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Gas 67 Prozent, Trinkwasser 91 Prozent, Wärme 79 Prozent, Abwasser 45 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau: 203 Unternehmen investieren pro Jahr über 700 Millionen Euro. Beim Breitbandausbau setzen 92 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude. Wir halten Deutschland am Laufen – klimaneutral, leistungsstark, lebenswert. Unser Beitrag für heute und morgen: #Daseinsvorsorge. Unsere Positionen: 2030plus.vku.de.