Umfrage-Ranking Daseinsvorsorge: Versorgungssicherheit & bezahlbare Preise vorn

Berlin/Mainz, 23. Juni 2021. Zuverlässigkeit und bezahlbare Preise sind den Deutschen bei der Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und schnellem Internet sowie Entsorgung von Abwasser und Abfall besonders wichtig. Das geht aus einer repräsentativen Civey-Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zum fünften Tag der Daseinsvorsorge im Jahr der Bundestagswahl hervor.

Ver- und Entsorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz sind das Zieldreieck, in dem sich die Politik bei Entscheidungen zu den Rahmenbedingungen der Daseinsvorsorge bewegt. Doch was davon ist den Deutschen besonders wichtig, wenn es um relevante Leistungen der Daseinsvorsorge wie die Versorgung mit Strom, Wasser und Internet sowie der Entsorgung von Abwasser und Abfall geht? 41 Prozent der Bürgerinnen und Bürger würden sich für Zuverlässigkeit - also eine sichere Ver- und Entsorgung- entscheiden, 38 Prozent für bezahlbare Preise. Jeder fünfte Befragte (20 Prozent) würde Klimaschutz und Nachhaltigkeit den Vorzug geben. Am ehesten verbinden die Deutschen mit dem Begriff der Daseinsvorsorge die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung (68 Prozent), Krankenhäuser (57 Prozent) und die Versorgung mit Strom und Wärme (50 Prozent).

Michael Ebling, VKU-Präsident: „Die Menschen verstehen unter Daseinsvorsorge zurecht das Basis-Paket unseres Alltags: Wasser aus dem Hahn, Strom aus der Steckdose. Daseinsvorsorge ist das Fundament unseres Wirtschaftsstandorts, unserer Lebensqualität und ein Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land. Hinter diesen elementaren Ver- und Entsorgungsleistungen steckt viel Arbeit - und künftig noch mehr: Klimawandel, Demografie und Digitalisierung erfordern Anpassungen, insbesondere der Infrastrukturen. Das geschieht nicht im Handumdrehen: Langlebig und für Generationen gebaut, müssen Infrastruktur-Anpassungen sorgfältig geplant und mit spitzem Bleistift kalkuliert werden. Und sie brauchen Vorlauf. Entsprechend wichtig ist, dass die nächste Bundesregierung frühzeitig für geeignete und verlässliche Rahmenbedingungen sorgt, die den Weg bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus ebnen. Insbesondere das notwendige Infrastruktur-Update sollte sie binnen der ersten 100 Tage anschieben.“

In den letzten Wochen ging es in der öffentlichen Debatte vor allem um Klimaziele. Ebling: „Klimaschutz steht zurecht ganz oben auf der politischen Agenda. Aus Sicht der Praktiker vor Ort muss es künftig noch stärker um klare Rahmenbedingungen und konkrete Maßnahmen gehen, um die Klimaziele zu erreichen. Ob Ausbau der erneuerbaren Energie-Anlagen oder Energie-Netze: Wir wissen, dass die erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor Ort immer auch Akzeptanz auch bei Bürgerinnen und Bürgern voraussetzt. Gewiss bergen Umfragen immer ein Momentum, jedoch sind die Ergebnisse auch ein Auftrag an die Politik: Es geht darum, vermeintliche Widersprüche aufzulösen, alle drei Ziele in Einklang bringen und so Akzeptanz auch für den gemeinsamen Weg dorthin zu schaffen. Die Rahmenbedingungen müssen fein austariert sein: Wir brauchen eine Antwort auf die Frage, wie Daseinsvorsorge in Zukunft nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, sondern zugleich sicher und bezahlbar bleibt – und zwar immer und überall, in der Stadt und auf dem Land. Ziel sollten klimaneutrale, leistungsstarke und lebenswerte Kommunen sein.“

Konkret empfiehlt der VKU folgende Weichenstellungen btw2021.vku.de, u.a.

  • zu klimaneutralen Kommunen: eine Reform der Abgaben und Umlagen, damit Strom günstiger wird
  • für leistungsstarke Kommunen, in denen Ver- und Entsorgung sicher bleiben: ein Infrastruktur-Update binnen der ersten 100 Tage anzuschieben.
  • für lebenswerte Kommunen, in denen Daseinsvorsorge überall bezahlbar bleibt: bessere Rahmenbedingungen für Vernetzung und interkommunale Kooperation zu schaffen sowie ggfs. Fördermittel

Hintergrund zum Tag der Daseinsvorsorge:

Bereits zum vierten Mal wird der Tag der Daseinsvorsorge in Deutschland begangen. International ist der 23. Juni der “United Nations Public Service Day”. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen und anderen gesellschaftlichen Akteuren stellt der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) die kommunale Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Kommunale Unternehmen und Stadtwerke decken mit ihren Leistungen und ihrer Infrastruktur neben anderen systemrelevanten Bereichen einen großen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ab.

Mehr Informationen zur kommunalen Daseinsvorsorge gibt es auf: https://daseinsvorsorge.vku.de/

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zur Kommunalwirtschaft finden Sie hier.

Wir halten Deutschland am Laufen – Der Podcast zur Daseinsvorsorge: https://www.vku.de/index.php?id=10539

Folge 1: Lebenswerte Kommunen – Gespräch zwischen Historiker und Journalist Dr. Wulf Schmiese, Leiter der ZDF Redaktion "heute-journal", und Michael Ebling, VKU-Präsident und Oberbürgermeister der Stadt Mainz.

Hintergrund zur Umfrage: Ergebnissen der repräsentative Bevölkerungsumfrage Daseinsvorsorge

  • Institut: Civey im Auftrag VKU
  • Stichprobe: 10.000 Befragte
  • Erhebungszeitraum: 14. Juni bis 18. Juni
  • Statistische Fehlertoleranz: 2,5 Prozent (Der Statistische Fehler zeigt an, wie stark die Ergebnisse von den wahren Werten in der Grundgesamtheit abweichen können.)

Fragebogen-Design:

Welche drei Aspekte verbinden Sie am ehesten mit der „Daseinsvorsorge“? (Mehrfachauswahl, max. 3 Antworten)

  • Strom und Wärme: 50,3 Prozent
  • Bildungseinrichtungen, z.B. Kita: 22,3 Prozent
  • Trinkwasserversorgung & Abwasserentsorgung: 67,9 Prozent
  • Öffentlicher Nahverkehr: 10,1 Prozent
  • Müllentsorgung & Straßenreinigung: 24,4 Prozent
  • Krankenhäuser: 56,9 Prozent
  • Glasfasernetze für schnelles Internet: 7,5 Prozent
  • Feuerwehr: 14,5 Prozent
  • Daseinsvorsorge ist für mich etwas anderes: 10,7 Prozent

Was ist Ihnen bei der Entsorgung von Abfall und Abwasser sowie der Versorgung mit Strom, Wasser und Internet besonders wichtig? (nur eine Antwort möglich)

  • bezahlbare Preise: 37,5 Prozent
  • Zuverlässigkeit: sichere Ver- und Entsorgung: 41,4 Prozent
  • Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz: 20,0 Prozent
  • nichts davon: 1,1 Prozent

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 275.000 Beschäftigten wurden 2018 Umsatzerlöse von rund 119 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 12 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 90 Prozent, Wärme 74 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. 190 Unternehmen investieren pro Jahr über 450 Mio. EUR. Sie steigern jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent. Beim Breitbandausbau setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude.