Gas-Studie „Die Rolle von Wasserstoff im Wärmemarkt“ zeigt, dass Gas-Verteilnetze unverzichtbar sind für eine zügige und möglichst sozialverträgliche Wärmewende

Wasserstoff und Gasnetzinfrastruktur leisten wichtigen Beitrag zu einer schnellen, kostengünstigen und sozialverträglichen Dekarbonisierung des Gebäudesektors

Berlin, 14.09.2021: Die Initiative H2vorOrt – 37 Unternehmen sowie der DVGW und der VKU, die an der Transformation der Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität arbeiten – begrüßt die heute von der FNB Gas (Vereinigung der Vereinigung der Ferngasnetzbetreiber Gas e.V.) vorgestellte Studie „Die Rolle von Wasserstoff im Wärmemarkt“ ausdrücklich.

Kernergebnisse der Studie

  • Gasförmige Energieträger sowie die Gasinfrastruktur sind besonders gut geeignet, um die erwartbar steigenden und kritische Höhen erreichende Strom-Spitzenlasten im Wärmebereich aufzufangen.
  • Die Abdeckung der Spitzenlasten durch das Gassystem führt nicht zu Effizienzverlusten im Wärmebereich.
  • Der steigende Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energien im Wärmesektor muss mit dem saisonal stark schwankenden Wärmebedarf in Einklang gebracht werden. Um die Wärmewende versorgungssicher zu machen, müssen die für die Wärmeerzeugung benötigte erneuerbaren Energien auch in Form von Wasserstoff eingesetzt werden. Notwendig dafür sind die deutschen Gasverteilnetze, weil sie den Wärmemarkt mit Fernleitungen und Gasspeichern verbinden.


Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW:
„Die Studie arbeitet deutlich heraus, dass die Stromerzeugungs- und Transportinfrastruktur nicht auf eine umfassende Elektrifizierung des Wärmesektors ausgelegt ist. Die deutsche Gasinfrastruktur ist laut Studie bestens geeignet, dieser Herausforderung mit minimalen Gesamtsystemkosten zu begegnen. So kann ein großer Teil der heute mehr als 50 Prozent der Haushalte an den deutschen Gasverteilnetzen zukünftig sicher, schnell und kostengünstig dekarbonisiert werden. Die Politik muss jetzt die ordnungspolitischen Weichenstellungen vornehmen, damit Wasserstoff sein volles Klimaschutzpotenzial entfalten kann und die CO2-Emissionen des Heizungssektors wirksam gesenkt werden."

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU: „Die Studie zeigt das große, auch langfristige Potenzial der Gasverteilnetze. In einem bunten Strauß unterschiedlicher Dekarbonisierungsvarianten stellen sie eine sehr leistungs- und anpassungsfähige Infrastruktur dar, mit der sich Versorgungssicherheit und eine sozialverträgliche Wärmewende absichern lassen. Wir müssen deshalb zügig die Voraussetzungen dafür schaffen, klimaneutrale Gase in der Wärmeversorgung einsetzen zu können. Dazu gehört, die Gasverteilnetze H2-ready zu machen, Wasserstoffnetze in den bestehenden Regulierungsrahmen der Gasnetze zu integrieren und die Finanzierung der Netzinfrastruktur auf diesen Umbau einzustellen.“

Florian Feller, Vorsitzender H2vorOrt: „Die Studie verdeutlicht, dass die Nutzung von klimaneutralen Gasen wie Wasserstoff in den vorhandenen Gasverteilnetzen die Umsetzungsgeschwindigkeit der Wärmewende von der Sanierungsrate entkoppelt. Damit wird die Nutzung von klimaneutralem Wasserstoff zu einem Booster für den Klimaschutz im Gebäudesektor. Die Partnerunternehmen von H2vorOrt stehen dafür in den Startlöchern.“

Durch die Partnerunternehmen von H2vorOrt sind mehr als die Hälfte der Gasverteilnetzkilometer in Deutschland repräsentiert. H2vorOrt arbeitet mit Nachdruck daran, die notwendige Transformation der deutschen Gasverteilnetze zur Klimaneutralität voranzubringen. Alle Projektpartner beabsichtigen, bis spätestens 2025 einen Plan zur Herstellung der H2-Readiness oder alternativer klimaneutraler Konzepte ihrer jeweiligen Netze vorzulegen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.H2vorOrt.de

Pressekontakt:

H2vorOrt:

Florian Feller
Vorsitzender
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E-Mail: florian.feller(at)erdgas-schwaben(dot)de 

In H2vorOrt arbeiten 37 Unternehmen im DVGW zusammen mit dem VKU an der Transformation der Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität. H2vorOrt ist das zentrale Gremium für die strategische Dekarbonisierung der deutschen Gasverteilnetze. Die 37 Partner betreiben mehr als 50% der deutschen Gasverteilnetzkilometer und Netzanschlüsse.

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW):

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Pressesprecher
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Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) fördert das Gas- und Wasserfach mit den Schwerpunkten Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Mit seinen über 13.700 Mitgliedern erarbeitet der DVGW die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Klimaneutrale Gase und insbesondere der Zukunftsenergieträger Wasserstoff sind in der Arbeit des DVGW von besonderer Bedeutung. Der Verein initiiert und fördert Forschungsvorhaben und schult zum gesamten Themenspektrum des Gas- und Wasserfaches. Darüber hinaus unterhält er ein Prüf- und Zertifizierungswesen für Produkte, Personen sowie Unternehmen. Die technischen Regeln des DVGW bilden das Fundament für die technische Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Sie sind der Garant für eine sichere Gas- und Wasserversorgung auf international höchstem Standard. Der gemeinnützige Verein wurde 1859 in Frankfurt am Main gegründet. Der DVGW ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral.

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Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 275.000 Beschäftigten wurden 2018 Umsatzerlöse von rund 119 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 12 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 62 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 90 Prozent, Wärme 74 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen durch getrennte Sammlung entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. 190 Unternehmen investieren pro Jahr über 450 Mio. EUR. Sie steigern jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent. Beim Breitbandausbau setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Glasfaser bis mindestens ins Gebäude.