VKU-Umfrage zur Flexibilitäts- und Direktvermarktung von erneuerbarem Strom

25.11.2016. Um die Aktivitäten der kommunalen Unternehmen auf dem Gebiet der Flexibilitäts- und Direktvermarktung von erneuerbarem Strom besser unterstützen zu können, führte der VKU von Mitte Juli bis Mitte September 2016 eine Erhebung durch. Insgesamt beteiligten sich 15 Prozent (111 Unternehmen) der beim VKU in der Energiewirtschaft tätigen Unternehmen an der Online-Umfrage. Die Teilnahmequote lag damit etwas unter dem Niveau von 2015, als sich knapp 20 Prozent beteiligten. 

In 2016 sind gut 53 Prozent der befragten kommunalen Unternehmen in der Direktvermarktung tätig bzw. planen dies zu tun. Im Vergleich dazu: 2014 waren es nur 39 Prozent. Dabei wird einmal mehr deutlich, dass es vor allem größere Unternehmen sind (Jahresumsatz ≥ 50 Mio. €), die auf diesem Gebiet aktiv sind.

Marktprämie das Mittel der Wahl

Wenig überraschend bleibt auch in 2016 die Förderung nach der Marktprämie das Mittel der Wahl. Sie ist mit knapp 96 Prozent die mit Abstand am häufigsten gewählte Form der Direktvermarktung. Gegenüber dem Vorjahr hat insbesondere die "Vor-Ort-Vermarktung" von EE-Strom, bei der keine Einspeisung des erneuerbaren Stroms in das öffentliche Stromnetz stattfindet, zugenommen. Bevorzugt umgesetzt werden insbesondere Mieterstrommodelle mit Blockheizkraftwerken und/oder Photovoltaik. 

Der Anteil der Unternehmen, die die Direktvermarktung in einer Kooperation oder gar selbstständig abwickeln, ist inzwischen auf 57,5 Prozent (2015: 49,1Prozent) gestiegen. Deutlich wird, dass es vor allem mittelgroße und kleine Unternehmen sind, die die Direktvermarktung in einer Kooperation oder ausschließlich über einen Dienstleister abwickeln. 

Direktvermarktung nach EEG-Reform

Mit der Reform des Erneuerbaren-Energien Gesetzes (EEG) in 2016 soll eine neue Möglichkeit der regionalen Direktvermarktung geschaffen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Endkundenlieferanten für den Stromanteil, den ihre Kunden mit der EEG-Umlage finanzieren, künftig eine zusätzliche "regionale Eigenschaft" ausweisen. Im Rahmen der Umfrage erklärten 43 Prozent der Teilnehmer, dass sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen. Klar im Vordergrund steht dabei, dass regionaler Strom aus Anlagen vertrieben werden soll, die das Unternehmen selbst betreibt.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das Geschäftsfeld Flexibilitätsvermarktung an Bedeutung gewinnt. Aktuell agieren nur rund 10 Prozent der Unternehmen als nachfrageseitige Flexibilitätsvermarkter am Markt. Allerdings gaben mehr als 20 Prozent der Befragten an, perspektivisch ein Engagement als Aggregator am Regelenergiemarkt zu planen. 

Die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage werden im Rahmen der VKU Merkblattreihe zur Direktvermarktung von erneuerbarem Strom zusammengefasst und den Umfrageteilnehmern bis Mitte Dezember 2016 zur Verfügung gestellt.