HAMBURG ENERGIE GmbH

Aufbau des Geschäftsfeldes Flexibilitätsmanagement
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Die Idee

Vor dem Hintergrund sinkender Margen und Erlöse aus Standardprodukten wie der Direktvermarktung oder Regelleistung möchte HAMBURG ENERGIE mit neuen Dienstleistungen das Portfolio diversifizieren. In den kommenden Jahren fällt eine große Zahl älterer Fotovoltaik- und Windkraftanlagen aus der EEG-Förderung. Für Betreiber dieser Anlagen, für Betreiber von Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen sowie für größere industrielle Verbraucher ist eine Steuerung und optimierte Vermarktung von Flexibilität als Dienstleistung entwickelt worden. Die Vermarktung dieser Flexibilität erfolgt im durchgängigen Stromhandel. Dafür ist eine integrierte IT-Systemlandschaft aufgebaut worden, die alle notwendigen Prozesse umfasst. Das Projekt wurde im November 2016 gestartet und wird bis Ende 2018 erfolgreich beendet.

Entwickelt wurden Prozesse und IT-Strukturen sowie Dienstleistungsprodukte für die Kurzfristmärkte, die Regelenergie (SRL) und für die optimierte Betriebsführung von wärmegeführten Anlagen, wie sie zum Beispiel in der Wohnungswirtschaft zu finden sind. Darüber hinaus bietet HAMBURG ENERGIE ein kostengünstiges Standard-Modul zur technischen Anbindung der steuerbaren Anlagen entwickelt. Dieses kann dem Kunden je nach den Vertragsbedingungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

HAMBURG ENERGIE plant ab dem vierten Quartal 2019 seinen Kunden ein wettbewerbsfähiges Full-Service-Paket anzubieten. Dieses wird die standardisierte technische Anbindung flexibler Verbraucher, Erzeuger oder Speicher, die optimierte Vermarktung und Betriebsführung, die Wartungsplanung sowie den Plattform- Betrieb umfassen.

Die Umsetzung

Eine besondere Herausforderung war die systemtechnische Vernetzung von bereits vorhandenen Softwareteilen mit selbst entwickelten IT-Komponenten. Ein Beispiel für die einzubindendeSoftware ist BoFiT, ein System, das zur Optimierung eines Portfolios an Erzeugern und Verbrauchern an den Strommärkten genutzt wird. Das Leitsystem ist eine komplette Eigenentwicklung, die gängige Standard-Protokolle verwendet. Die Entscheidung für eine Eigenentwicklung resultiert aus den speziellen Anforderungen an die Plattform. Dazu gehören zum Beispiel die Mandantenfähigkeit in allen Plattform-Bestandteilen, die kostengünstige Entwicklung neuer Produkte oder Services, die Vermarktung von eigenen Anlagen und Drittanlagen sowie die Vermarktung von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern.

An dem Projekt sind etwa 20 Mitarbeiter beteiligt, davon ein Kernteam von vier Mitarbeitern in Vollzeit. Die Mitarbeiter kommen hauptsächlich aus dem Bereich Beschaffung/Kurzfristhandel, aber auch die Bereiche Softwareentwicklung und Vertrieb sind durch Mitarbeiter vertreten. Die Projekt-Mitarbeiter wurden aus dem Tagesgeschäft herausgenommen. Bei der Software-Entwicklung und in der Projektarbeit hat sich HAMBURG ENERGIE agiler Methoden wie Scrum bedient, um Entscheidungsfähigkeit bis ganz unten in die Teams hineinzutragen. Im Ergebnis haben agile Werte wie Selbstorganisation, Empowerment und Commitment zu schnellen Erfolgen und guten Ergebnissen geführt. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen sollen agile Methoden auch in zukünftigen Projekten verstärkt zur Anwendung kommen.

Ansprechpartner

Hamburg Energie GmbH
Susanne Grabler
Fachgebietsleiterin Flexibilitätsmanagement / Virtuelles Kraftwerk
E-Mail: susanne.grabler(at)hamburgenergie(dot)de
Website: www.hamburgenergie.de

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