Was Baubetriebshöfe für die kommunale Daseinsvorsorge leisten
Von insektenfreundlicher Grünflächenpflege bis zur Sanierung von Radwegen mit Wurzeleinwuchs: Kommunale Baubetriebshöfe erfüllen verschiedenste Aufgaben. Der VKU-Baubetriebshoftag 2026 griff die Themenvielfalt in einem bunten Veranstaltungsprogramm auf. Fast einhundert Gäste aus Gemeinden und Städten in ganz Schleswig-Holstein tauschten sich in kollegialer Atmosphäre über Herausforderungen und Best Practices aus.
26.03.26
Von insektenfreundlicher Grünflächenpflege bis zur Sanierung von Radwegen mit Wurzeleinwuchs: Kommunale Baubetriebshöfe erfüllen verschiedenste Aufgaben. Der VKU-Baubetriebshoftag 2026 griff die Themenvielfalt in einem bunten Veranstaltungsprogramm auf. Fast einhundert Gäste aus Gemeinden und Städten in ganz Schleswig-Holstein tauschten sich in kollegialer Atmosphäre über Herausforderungen und Best Practices aus.
Die Instandhaltung von Fahrradrouten ist nur ein Beispiel aus dem Aufgabenportfolio der Kommunen. „Gerade in Norddeutschland beschädigen aber Baumwurzeln häufig Radwege, da sie den Asphalt aufbrechen“, so Frank Bullerkist vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in seinem Vortrag. Ein kleines Problem, könnte man meinen. Jedoch führen die Beschädigungen dazu, dass Unfallrisiken steigen und das Fahrrad als Verkehrsmittel an Attraktivität einbüßt. Das Land wollte deshalb herausfinden, wie die betroffenen Wege am besten repariert werden können und erarbeitete Handlungsempfehlungen zum besten Vorgehen. Frank Bullerkist stellte diese vor und erläuterte die Vor- und Nachteile verschiedener Sanierungsmethoden.
Anschließend erklärte Wiebke Schoenberg vom Deutschen Verband für Landschaftspflege, wie Kommunen ihre Flächen gestalten müssen, damit sie für Hummeln und andere Insekten nützlich sind: Hübsch bunt und gleichzeitig schön unordentlich. Hierzu muss nicht immer neu gepflanzt oder gesät werden: Oftmals reicht es schon, seltener zu mähen. Auch auf die richtige Technik kommt es an. Wer nicht mulcht und mittags von innen nach außen mäht, tötet dabei erwiesenermaßen besonders wenig Insekten. Mit gezielten Veränderungen können Baubetriebshöfe dem Artenschwund somit entgegenwirken.
Manfred Rehberg und Jan Rosenfeldt von den Entsorgungsbetrieben Lübeck berichteten, wie das 810 km lange Radwegenetz der Hansestadt von Schnee und Eis befreit wird. Damit Radfahrende seltener stürzen, haben Stadt und EBL das Winterdienstkonzept überarbeitet. Statt Sand streuen die Räumfahrzeuge nun Salz. „Dass diese Entscheidung richtig war, merken wir daran, dass weitaus weniger Beschwerden bei uns eingehen als früher. Trotz des starken Frostes am Jahresbeginn waren die Lübecker Radfahrer überwiegend zufrieden mit unserer Arbeit“, so Rehberg.
Der eisige Winter 2026 sorgte nicht nur für Glätte, sondern auch für Schlaglöcher und Furchen in den Straßen. Wie künstliche Intelligenz dabei helfen kann, diese Schäden automatisch zu erkennen, berichtete anschließend Larissa Sabadill von der Firma vialytics. Mittels Software sei ebenfalle eine automatische Sanierungs- und Budgetplanung möglich.
Um Automatisierung ging es auch im Vortrag von Justus Teicke von den Städtischen Betrieben Braunlage. Wer in der Nähe des Wurmbergs parken möchte, kann dies nun tun, ohne durch eine Schranke zu fahren. Die Kennzeichenerkennung per Kamera sorgt dafür, dass die Parkdauer automatisch erfasst wird. „Beim alten System waren im Falle einer technischen Störung manchmal Abreisewillige hinter der Schranke gefangen. Mit dem neuen System kann das nicht passieren. Zudem sind die Wartungskosten und der Stromverbrauch gesunken“, berichtete Teicke.
Wie Friedhofspflege mit gezielten Soll-Ist-Vergleichen und Leistungsverzeichnissen effizienter werden kann, stellte Klaus Güß (Planrat Friedhof) im letzten Vortrag der Tagung vor. Hierbei ging er auf neue Entwicklungen ein, wie beispielsweise die Zunahme an Gräbern, die nicht durch Angehörige, sondern durch das Friedhofspersonal gepflegt werden.
Wir danken allen Vortragenden für die spannenden Einblicke. Unser besonderer Dank gilt unserem Gastgeber, der DEULA Rendsburg sowie unseren Kooperationspartnern, dem Städteverband Schleswig-Holstein und dem SHGT.
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Ansgar Künnemann, Stadt Nordhorn und Vorstand der VKU-Landesgruppe Küstenländer, moderierte die Veranstaltung.
© VKU Küstenländer
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Frank Bullerkist, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
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Wiebke Schoenberg vom Deutschen Verband für Landschaftspflege
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Manfred Rehberg und Jan Rosenfeldt, Entsorgungsbetriebe Lübeck
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Larissa Sabadill, vialytics
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Justus Teicke, Städtische Betriebe Braunlage
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Alexander Bach, MEKUN
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Klaus Güß, Planrat Friedhof
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