Bayerische Landesversammlung 2026 in Augsburg: Austausch über die Zukunft der kommunalen Daseinsvorsorge

26.10.26

Im historischen Ambiente des ehemaligen Augsburger Gaswerks, wo einst Kohle zu Gas verarbeitet wurde, fand die diesjährige Landesversammlung der VKU-Landesgruppe Bayern statt. Im Mittelpunkt standen die zentralen Herausforderungen der Kommunalwirtschaft: Die Transformation der Energieversorgung, die Finanzierung kommunaler Infrastruktur, die Stärkung der Resilienz sowie die langfristige Sicherung der Wasserversorgung.

Bereits vor Beginn der Landesversammlung stellten die bayerischen Mitgliedsunternehmen personell wichtige Weichen. Nachdem mehrere Gesellschaftsvertreterinnen und -vertreter infolge der Kommunalwahl im März 2026 aus dem Vorstand ausgeschieden waren, wählten die Mitglieder die Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz (Forchheim), sowie die Oberbürgermeister Martin Heilig (Würzburg), Michael Jahn (Günzburg), Markus Ochsenkühn (Neumarkt i.d. Oberpfalz) neu in das Gremium. Eva Weikl von der Erlanger Stadtwerke AG komplettiert den Vorstand.

Im Rahmen der Landesversammlung diskutierten wir mit Sabine Nallinger von der Stiftung Klimawirtschaft, Rainer Nauerz von den Stadtwerken Augsburg sowie mit Florian Niedersüß vom österreichischen Kommunalunternehmen, der eww AG, über die Zukunft der Gasversorgung. Im Fokus standen die engen Wechselwirkungen zwischen Industrie und Versorgungsunternehmen sowie die Rolle gasförmiger Energieträger in einem klimaneutralen Energiesystem.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Diskussion zur Resilienz und Sicherheit der kommunalen Daseinsvorsorge. Gemeinsam mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sowie Dr. Alexander Götz aus dem Bundesverteidigungsministerium, Dr. Fritz-Helge Voß vom THW sowie Dr. Andreas Zuber vom VKU wurde deutlich: Sicherheits- und Vorsorgefragen machen nicht an Landesgrenzen halt. Bayern steht vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Bundesländer und ist auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Bund angewiesen.

Vor dem Hintergrund steigender Zustimmungswerte für populistische Parteien diskutierten wir gemeinsam mit Johann Kronauer vom Bayerischen Städtetag und Dr. Dominik Hierlemann von der Bertelsmann Stiftung die Bedeutung kommunaler Unternehmen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Finanzierung kommunaler Infrastruktur. Viele Städte und Gemeinden stehen vor erheblichen Investitionen in Energie-, Wasser- und Wärmenetze. Die Diskussion mit Philippa Sigl-Glöckner, vom Dezernat Zukunft, Stephanie Schuhknecht und Josef Zellmeier, den Vorsitzenden der Ausschüsse für Wirtschaft und Finanzen des Bayerischen Landtags sowie der stellvertretenden Landesgruppenvorsitzenden Silvia Dollinger zeigte: Die Transformation kann nur gelingen, wenn Kommunen, Freistaat und Bund gemeinsam tragfähige Finanzierungsmodelle entwickeln. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Stärkung des Eigenkapitals für wirtschaftlich tragfähige Infrastrukturprojekte. Entsprechende Programme existieren auf Landesebene bereits in Hessen oder sind wie in Nordrhein-Westfalen geplant.

Die abschließende Podiumsdiskussion zur Zukunft der Wasserversorgung mit Maria Noichl, MdEP und Deutscher Verband für Landschaftspflege, und dem bekannten SZ-Wirtschaftsjournalisten und Autor Uwe Ritzer machte deutlich, dass ein Umdenken mit unserer Ressource Wasser stattfinden muss. Neben den richtigen Weichenstellungen aus der Politik sind übergreifende Kooperationen vor Ort ein wichtiger Pfeiler. Dies gilt sowohl für die Vorsorge gegen Dürreperioden als auch für den Umgang mit Starkregen- und Hochwasserereignissen.

Unser besonderer Dank gilt den Stadtwerken Augsburg für die hervorragende Organisation sowie Marcus Steurer, dem Vorsitzenden der VKU-Landesgruppe Bayern, der die Veranstaltung über beide Tage hinweg souverän moderierte.