Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen
VKU zum Eckpunktepapier: Anerkennung des Eigenkapitalbedarfs und Einigung auf Haftung von Bund und Ländern sind wichtige Schritte

Zum heute veröffentlichten Eckpunktepapier von Energieministerkonferenz, Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing in einer Ersteinschätzung.

14.10.26

Berlin, 14.10.2026. Zum heute veröffentlichten Eckpunktepapier von Energieministerkonferenz, Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing in einer Ersteinschätzung: 

„Positiv ist, dass der zusätzliche Eigenkapitalbedarf der Stadtwerke im Eckpunktepapier ausdrücklich anerkannt wird. Die angekündigten Mezzanin-Lösungen inklusive der Übernahme von Garantien durch Bund und Länder können ein wichtiger Schritt sein und werden von uns ausdrücklich begrüßt. Solche Finanzierungsinstrumente stärken die Kapitalbasis von Unternehmen und erleichtern es, zusätzliche Investitionen zu finanzieren. 

Stadtwerke müssen ihre Strom- und Wärmenetze in den kommenden Jahren massiv ausbauen. Dafür sind Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro jährlich erforderlich. Weder die Unternehmen noch ihre kommunalen Eigentümer können diese Aufgabe allein finanzieren. Deshalb brauchen wir einen breiten Instrumentenkasten, der auch privates Kapital für die Energiewende mobilisiert. 

Dazu gehört auch, dass Kommunen mehr Spielräume für die Aufnahme von Krediten zur Weiterleitung an ihre Stadtwerke eingeräumt bekommen und dafür teilweise noch die Kommunalordnungen der Länder geändert werden müssen. Einige Länder sind hier bereits mit gutem Beispiel vorangegangen, die anderen sollten nun folgen. Vorbild können hier die geltenden Regelungen zum Konzernkredit in Niedersachsen sein.

Außerdem sollte auch die von VKU, BDEW und Deloitte entwickelte Idee eines durch staatliche Garantien flankierten Energiewendefonds nicht aus den Augen verloren werden. Auch die Einbindung von privaten Investoren in Energiewendeprojekte von Stadtwerken ist ein wichtiger Baustein für die Erreichung der Klimaziele.“ 

Bereits seit einiger Zeit wird zudem ein Private Investment Pool auf Ebene der KfW diskutiert. Hierzu ergänzt Liebing: „Wir begrüßen diese Initiative sehr, auch hier müssen wir nun zügig in die Umsetzung kommen.“
 

Weitere Informationen: 

Gemeinsames Eckpunktepapier des Bundes und der Energieministerkonferenz zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen (14.10.2026) 

Deutschlandfonds: Starkes Signal für die Energiewende. Jetzt Tempo machen! (18.12.2025) 

Konzeptpapier: BDEW, VKU und Deloitte stellen Energiewende-Fonds vor (01.06.2024)
 

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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