Berlin, 14.10.2026. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium sind erste Eckpunkte für die Umsetzung einer Grüngasquote bekannt geworden. Dazu Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer, in einer Erst-Einschätzung:
„Mit den Eckpunkten kommt endlich Bewegung in die Frage, wie das Gebäudemodernisierungsgesetz umgesetzt und Heizen mit grünen Gasen auch für Privathaushalt zu einer echten Option neben Fernwärme und Wärmepumpen werden soll.
Wir werden den Entwurf gründlich auf Machbarkeit und offene Fragen prüfen. Die vorgesehene überjährige Flexibilität bei der Quotenerfüllung ist begrüßenswert und hilft, Spekulation zu vermeiden. Richtig ist auch, dass die Erzeugung von Fernwärme und Strom von der Quotenverpflichtung ausgenommen werden.
Bisher fehlt jedoch eine Antwort der Bundesregierung auf die zentrale Frage, woher die zusätzlichen Mengen an grünen Gasen kommen sollen. Hier erwarten wir von der Bundesregierung eine Biomethanstrategie mit konkreten Vorschlägen zur Mengenausweitung, etwa durch heimische Produktion oder Importe. Die Ausweitung des aktuell noch knappen Angebots an grünen Gasen ist entscheidend, damit Heizen mit grünen Gasen künftig überhaupt zu bezahlbaren Preisen möglich ist.
Stand heute ist das Angebot sehr knapp und die Nutzungskonkurrenz durch Industrie, Verkehr und Stromerzeugung sehr hoch. Deshalb muss die Bundesregierung erklären, wie sie für mehr grüne Gase sorgen will.
Sie muss dabei auch die Frage nach den weiteren Kosten beantworten: Welcher Investitionsbedarf besteht, wenn Biogasanlagen in nennenswerter Größenordnung mit Methanisierungsanlagen an die Gasnetze angeschlossen werden sollen, und welche Auswirkungen wird die Grüngasquote insgesamt auf die Verbraucherpreise haben? Auch auf diese Fragen muss die Bundesregierung im Rahmen der Gesetzgebung Antworten geben.“
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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