Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“
Batteriebrände in Entsorgungsanlagen nahezu verdreifacht – VKU fordert Herstellerfonds und Verbot von Einweg-E-Zigaretten
Die Zahl der Batteriebrände in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Gleichzeitig lassen sich inzwischen rund drei Viertel der bekannten Brandursachen auf Lithium-Ionen-Batterien zurückführen. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“.
14.10.26
Die Zahl der Batteriebrände in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Gleichzeitig lassen sich inzwischen rund drei Viertel der bekannten Brandursachen auf Lithium-Ionen-Batterien zurückführen. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“.
Berlin, 14.10.2026. Die Zahl der Batteriebrände in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Gleichzeitig lassen sich inzwischen rund drei Viertel der bekannten Brandursachen auf Lithium-Ionen-Batterien zurückführen. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“, die die Verbände ASA, BDE, bvse, CMA und VKU gemeinsam beauftragt haben.
Uwe Feige, VKU-Vizepräsident, erklärt:
„Batteriebrände gefährden Beschäftigte, beschädigen Fahrzeuge und Anlagen und bedrohen die kommunale Entsorgungsinfrastruktur vor Ort. Die Zahlen der Studie zeigen, dass wir es längst mit einem strukturellen Problem zu tun haben. Die Politik muss jetzt handeln: Hersteller müssen stärker an den Folgekosten beteiligt werden, ein herstellerfinanzierter Präventions- und Ausgleichsfonds muss zügig kommen und besonders problematische Produkte wie Einweg-E-Zigaretten gehören vom Markt. Kommunale Entsorgungsbetriebe dürfen nicht länger die Kosten und Risiken tragen, die durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien entstehen.“
Die Studie zeigt, dass mehr als jede zweite untersuchte Anlage zuletzt von Bränden oder gefährlichen Hotspot-Ereignissen betroffen war. Wo Brandursachen eindeutig festgestellt werden konnten, waren Lithium-Ionen-Batterien mit Abstand die häufigste Ursache. Ihr Anteil stieg zwischen 2021 und 2025 von rund 63 auf 73 Prozent.
Besonders problematisch ist, dass viele Brände bereits bei Sammlung, Transport und Lagerung entstehen. Dort greifen technische Schutzmaßnahmen der Entsorgungsanlagen nur eingeschränkt. Allein zwischen 2020 und 2023 wurden zudem mehr als 130.000 Tonnen Altbatterien nicht über die vorgesehenen Sammelsysteme erfasst.
Für die untersuchten 181 Anlagen beziffert die Studie die batteriebedingten Schäden zwischen 2021 und 2025 auf 200 bis 320 Millionen Euro. Gleichzeitig berichten die Unternehmen von steigenden Versicherungsprämien und wachsenden Problemen bei der Versicherbarkeit von Anlagen.
Aus Sicht des VKU belegt die Studie, dass die kommunale Entsorgungswirtschaft die Folgen eines Problems bewältigen muss, dessen Ursachen weit vor der eigentlichen Abfallbehandlung liegen. Deshalb braucht es eine konsequente Herstellerverantwortung, bessere Rückgabesysteme für Altbatterien, mehr Verbraucheraufklärung sowie einen herstellerfinanzierten Präventions- und Ausgleichsfonds.
Hintergrund:
Die Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“ wurde von ASA, BDE, bvse, CMA und VKU gemeinsam beauftragt. Grundlage sind die Daten von 181 Entsorgungs- und Recyclinganlagen für die Jahre 2021 bis 2025 sowie die Auswertung des aktuellen Forschungsstands und internationaler Untersuchungen.
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025
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