Smart-Meter-Rollout
Positionspapier: VKU fordert einfachere Regeln für schnelleren Smart-Meter-Ausbau

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat konkrete Vorschläge für den Abbau bürokratischer Vorgaben beim Smart-Meter-Rollout vorgelegt. Einfachere Regeln würden den Einbau intelligenter Messsysteme beschleunigen und die Kosten senken, heißt es in einem neuen Positionspapier des Verbands.

29.10.26

Berlin, 29.10.2026. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat konkrete Vorschläge für den Abbau bürokratischer Vorgaben beim Smart-Meter-Rollout vorgelegt. Einfachere Regeln würden den Einbau intelligenter Messsysteme beschleunigen und die Kosten senken, heißt es in einem neuen Positionspapier des Verbands. „Der Smart-Meter-Ausbau ist in Deutschland noch immer zu kompliziert, bürokratisch und teuer geregelt“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Der VKU plädiert für flexiblere Vorgaben bei Informationspflichten und Terminankündigungen, einfachere Markt- und Datenaustauschprozesse und eine Verlängerung der Eichfrist für Messeinrichtungen ein.

„Die Digitalisierung des Energiesystems muss zu einem verbindlichen politischen Ziel werden. Kommunale Unternehmen treiben die Digitalisierung bereits an vielen Stellen voran, zum Beispiel, mit intelligenten Ortsnetzstationen, in Netzleitsystemen und eigenen Betriebsabläufen“, so Liebing. Aufgabe der Politik sei es, diese Anstrengungen durch sinnvolle Regelungen in einem geplanten Verteilnetzpaket und der Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes zu fördern und sinnvoll zu verzahnen.

Intelligente Messsysteme helfen, Stromnetze effizienter zu steuern und damit höher auslasten zu können, erneuerbare Energien zu integrieren und Netzengpässe zu vermeiden; Verbraucherinnen und Verbraucher profitierten von flexibleren Tarifen und einem optimierten Netzausbau, was Kosten reduziert. Entscheidend sei, dass parallel die Steuerung von Wärmepumpen, Wallboxen und Speichern weiterentwickelt werde. „Messen allein löst keine Netzengpässe. Erst die Steuerbarkeit macht aus Daten einen Nutzen für das System”, sagt Liebing.

„Die kommunalen Unternehmen wollen den Smart-Meter-Ausbau voranbringen. Dafür brauchen sie aber einen praxistauglichen Rechtsrahmen“, so Liebing. Der VKU schlägt unter anderem flexiblere Vorgaben bei Informationspflichten und Terminankündigungen vor. Auch die Anbindung von Gaszählern und Unterzählpunkten auf Kundenwunsch sollte nach Auffassung des Verbands eine freiwillige Zusatzleistung sein.

Um knappe Personalressourcen gezielter für den Rollout einsetzen zu können, fordert der VKU eine Verlängerung der Eichfrist moderner Messeinrichtungen von acht auf sechzehn Jahre. „Dann müssten weniger Zähler gewechselt werden und die frei werdenden Kapazitäten kämen dem Rollout zugute.” Die Sicherheitsarchitektur stehe nicht zur Disposition, so Liebing. 

Skeptisch bewertet der VKU die Diskussion um ein sogenanntes Smart-Meter-Light. Bislang sei unklar, welche Funktionen ein solches Gerät erfüllen solle. „Solange zentrale Fragen offen sind, drohen zusätzliche Komplexität, ineffiziente Doppelstrukturen und weitere Verzögerungen beim laufenden Rollout“, sagt Liebing. Das Kind würde dann mit dem Bade ausgeschüttet. Grundsätzlich müsse die Gerätewahl beim grundzuständigen Messstellenbetreiber bleiben.

Nach Angaben des Verbands stoßen viele Verteilnetzbetreiber aktuell an Kapazitätsgrenzen. Neben Materialengpässen fehle es insbesondere an Fachkräften für IT, Digitalisierung und Marktkommunikation. Gleichzeitig müssten die Unternehmen zahlreiche neue regulatorische Anforderungen umsetzen, vom Netzanschlusspaket bis zum sogenannten MaBiS-Hub. 

„Die Herausforderung ist keine Frage des Willens, sondern der verfügbaren Kapazitäten“, betont Liebing. Die Lösung liege in einem langfristigen Zielbild, einer tragfähigen Finanzierung und einfachen, praxistauglichen Regelungen: „Statt zusätzlicher Sanktionen braucht es Anreize für Unternehmen, die beim Rollout besonders schnell vorankommen, und weniger Komplexität.”

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Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt über 1.600 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit rund 319.000 Beschäftigten wurden 2023 Umsatzerlöse von über 213 Milliarden Euro erwirtschaftet und mehr als 19 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen signifikante Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 66 Prozent, Gas 65 Prozent, Wärme 72 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Abwasser 50 Prozent. Die kommunale Abfallwirtschaft hat seit 1990 rund 90 Prozent ihrer CO2-Emissionen eingespart – damit ist sie der Hidden Champion des Klimaschutzes. Immer mehr Mitgliedsunternehmen engagieren sich im Breitbandausbau und investieren pro Jahr über 1 Milliarde Euro. Zahlen Daten Fakten 2025

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