Katherina Reiche zur Akzeptanzumfrage der Fachagentur Windenergie an Land

Zur heute veröffentlichten Akzeptanzumfrage der Fachagentur Windenergie an Land sagt VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche:

„Die Umfrage verdeutlicht: Es gibt für die Steigerung der Akzeptanz der Windenergie an Land bessere Ansätze als pauschale Abstandsregegelungen. Die Bundesregierung sollte die Umfrageergebnisse zum Anlass nehmen, Alternativen zum geplanten Mindestabstand zu entwickeln.

Laut Umfrage sind für den überwiegenden Teil der Befragten die lokale Verwendung der Einnahmen aus der Windenergie und vergünstigte Strompreise für Anwohner besonders wichtig. Für die Stadtwerke zentral: Für zwei Drittel der Befragten ist es akzeptanzsteigernd, wenn das Windenergieprojekt von regionalen oder lokalen Akteuren umgesetzt wird. Das bestätigt, wie wichtig das bisherige Engagement der Stadtwerke beim Windenergieausbau war und bestärkt sie, diesen Kurs fortzusetzen.

Ab Anfang der 2020er Jahre werden Windenergieanlagen altersbedingt in erheblichem Maße abgebaut werden. Wir wissen von einigen unserer Mitgliedsunternehmen, dass unter anderem auch durch die geplanten Abstandsregelungen dort mindestens die Hälfte bestehenden Standorte für das Repowering wegfällt. Die Bundesregierung muss hier zügig nachsteuern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir bei der Windenergie statt eines Fortschritts einen Rückschritt erleben. Schon Erreichtes bei der CO2-Minderung wird so wieder aufs Spiel gesetzt.“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 268.000 Beschäftigten wurden 2017 Umsatzerlöse von mehr als 116 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 61 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 86 Prozent, Wärme 70 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 68 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitband-Ausbau. Ihre Anzahl hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt: Rund 180 Unternehmen investierten 2017 über 375 Mio. EUR. Seit 2013 steigern sie jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent und bauen überall in Deutschland zukunftsfähige Infrastrukturen (beispielsweise Glasfaser oder WLAN) für die digitale Kommune aus.