Die EU-Institutionen haben heute Nacht eine Einigung in den Verhandlungen zur Revision der EU-Trinkwasserrichtlinie erzielt.

Dazu der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), dessen Mitglieder mehr als 90 Prozent aller Deutschen mit Trinkwasser versorgen:

Brüssel/Berlin, 19.12.2019: Die Einigung wird in Europa erheblich dazu beitragen, dem Trinkwasser den „Wert“ beizumessen, den es verdient. Selbst in Deutschland, wo das Wasser aus der Leitung schon eine weltweit anerkannte und nachweisbare Qualität besitzt, wo das Trinkwasser beliebt ist, ist der „Wert“ des Wassers noch zu wenig bekannt.

Wasser wird zu sehr als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Daseinsvorsorge erledigt sich aber nicht im Handumdrehen. Deswegen ist es gut, dass die EU die Wertschätzung des Wassers und das Vertrauen der Bürger in ihr Wasser stärkt. All das, was dem Verbraucher nützt und ihm effektiv hilft, die Qualität seines Trinkwassers selbst einzuschätzen zu können, sollte auch kommuniziert werden. Das Besondere an kommunalen Unternehmen ist, das sie ihren Kunden quasi gehören. Transparenz gegenüber den Kunden ist deshalb gelebte Praxis.

Darüber hinaus gehende Verpflichtungen aus Brüssel braucht es aus unserer Sicht nicht. Zudem begrüßen wir den Ansatz, den gesamten Wasserkreislauf stärker in den Blick zu nehmen, in dem man beispielsweise den gesamten Lebenszyklus eines Stoffes betrachtet und seine Auswirkungen auf Gewässer bereits bei der Produktion berücksichtigt. Damit es gelingen kann, Stoffe bereits „an der Quelle“, sprich beim Hersteller zu vermeiden anstatt sie im Wasserwerk zu entfernen, müssen auch die EU-Vorgaben für die Zulassung von Stoffen und deren Auswirkungen auf Gewässer im europäischen «Grünen Deal» angepasst werden.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.500 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 268.000 Beschäftigten wurden 2017 Umsatzerlöse von mehr als 116 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Im Endkundensegment haben die VKU-Mitgliedsunternehmen große Marktanteile in zentralen Ver- und Entsorgungsbereichen: Strom 61 Prozent, Erdgas 67 Prozent, Trinkwasser 86 Prozent, Wärme 70 Prozent, Abwasser 44 Prozent. Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 68 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Immer mehr kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitband-Ausbau. Ihre Anzahl hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt: Rund 180 Unternehmen investierten 2017 über 375 Mio. EUR. Seit 2013 steigern sie jährlich ihre Investitionen um rund 30 Prozent und bauen überall in Deutschland zukunftsfähige Infrastrukturen (beispielsweise Glasfaser oder WLAN) für die digitale Kommune aus.