Schnelles Internet: VKU schlägt Landesförderprogramm „Glasfaservoucher“ vor

Wiesbaden, 01. 09.2021. Die digitale Zukunft ist nur mit Glasfaser möglich. Glasfaser als
leistungsfähigste aller digitalen Infrastrukturen ist die Basis für schnelles Internet und damit für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und gesellschaftliche Teilhabe in Stadt und Land. Heute hat die VKU-Landesgruppe Hessen in einer digitalen Pressekonferenz ein Landesförderprogramm „Glasfaservoucher“ vorgeschlagen, um den flächendeckenden Ausbau in Hessen zu beschleunigen.

Die Ausgangslage: In vielen hessischen Kommunen kommt der Glasfaserausbau bisher nicht wie erhofft voran. Hessen droht, das eigene Ziel eines flächendeckenden Glasfaserausbaus, inklusive Inhouseverkabelung, bis 2030 zu verfehlen. Das Bundesförderprogramm ist für die Kommunen in der Abwicklung sehr kompliziert und langwierig.

Das Dilemma: Für Telekommunikationsanbieter ist der Ausbau von Glasfasernetzen nur dann wirtschaftlich, wenn im Versorgungsgebiet eine gewisse Quote an Hausanschlüssen durch
entsprechende Nachfrage erreicht wird. Haus- und Wohnungseigentümer schrecken jedoch vor Investitionen zurück, wenn sie vom Mehrwert eines Glasfaseranschlusses (noch) nicht überzeugt sind. So entsteht das Henne-Ei-Problem des schnellen Internets: ohne Nachfrage kein Glasfaseranschluss. Ohne Glasfaseranschluss kein Beweis für die Vorteile des schnellen Surfens – und damit wenig Nachfrage.

Der Lösungsvorschlag: Die VKU-Landesgruppe Hessen schlägt vor, den Ausbau mit einem
Landesförderprogramm „Glasfaservoucher“ zu beschleunigen. Ein Voucher würde die
Nachfrage bei Haus- und Wohnungseigentümern anreizen.

„Wir sind davon überzeugt: Hessen braucht für die digitale Zukunft ein stabiles Fundament. Das ist Glasfaser. Um den Ausbau der Glasfasernetze in Stadt und Land zu beschleunigen, brauchen wir ein neues und unkompliziertes Förderinstrument, das eine Brücke zwischen Kunden und Anbietern baut. Als Nachfrage-Anreiz würde der Voucher das Glasfaser-Dilemma auflösen und damit ein zentrales Hindernis für den flächendeckenden Ausbau aus dem Weg räumen“, so Ralf Schodlok, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Hessen.

Die Details auf einen Blick:

  • Ziel sollte der Ausbau einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur bis in die Häuser (Fiber-to-the-Home (FTTH)) sein. Der Ausbau in wenigen, lukrativen Gebieten oder gar
    einzelnen Häusern ist nicht zielführend. Wer den Gutschein annimmt, sollte lediglich zur Inhouse-Verkabelung verpflichtet sein – zusätzlicher Anreiz: Pro Wohnanschluss im
    Gebäude („vorhandene Nutzungseinheit“) sollte sich der Förderbetrag erhöhen.

  • Antragsberechtigte sollen Städte und Gemeinden sein. Sie kennen die örtlichen Verhältnisse am besten und könnten die Ressourcen entsprechend effizient verteilen.

  • Die Höhe des Vouchers sollte sich nach der Siedlungsdichte bemessen: Je höher die
    Siedlungsdichte, desto geringer die Erschließungskosten pro Haushalt und desto geringer der Förderbedarf. Je geringer die Siedlungsdichte, umso höher die Erschließungskosten und umso höher der Förderbedarf. „Der Großteil der Glasfaser-Voucher würde genau dort
    Anreize für den Ausbau schaffen, wo die Anschlüsse ans schnelle Internet bisher am meisten fehlen. Insbesondere der ländliche Raum würde profitieren. So könnten Voucher auch einen Beitrag leisten, um eine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land zu verhindern“, erklärt Ralf Schodlok.

Weitere Details zum VKU-Vorschlag für ein Landesförderprogramm „Glasfaservoucher“ finden Sie im beigefügten Positionspapier.

In Hessen sind 158 kommunale Unternehmen im VKU organisiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen in Hessen leisten jährlich Investitionen in Höhe von über einer Milliarde Euro, erwirtschaften einen Umsatz von rund 16 Milliarden Euro und sind wichtiger Arbeitgeber für 25.000 Beschäftigte.