VKU-Interview mit Rainer Nauerz, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg und Mitglied des Landesgruppenvorstands

01.10.25

Seit Anfang Mai 2024 sind Sie Alleingeschäftsführer der Stadtwerke Augsburg (swa) und im November 2024 sind Sie in den Vorstand der VKU-Landesgruppe Bayern gewählt worden. Welche Prioritäten und Ziele setzen Sie sich für Ihre Arbeit in der Landesgruppe? 

Als Teil der VKU-Landesgruppe Bayern wirken die swa maßgeblich an der Gestaltung der Daseinsvorsorge mit. Die Themen Transformation, Infrastrukturfinanzierung und Versorgungssicherheit stehen dabei im Fokus. In Augsburg investieren wir als Stadtwerke stark in den Netzausbau. Im Bereich Mobilität setzen wir auf ein umfassendes Gesamtpaket mit ÖPNV, Carsharing und unserem Leihradsystem swabi, ergänzt durch unser Ridepooling-System swaxi. So stellen wir allen Augsburgerinnen und Augsburgern flexible und zuverlässige Mobilität zur Verfügung. Unser naturbelassenes Trinkwasser schützen wir durch Umweltprojekte und Kooperationen mit Partnern aus Augsburg.  

Der VKU vereint all diese Themen und lädt dazu ein, sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Vorstand der VKU-Landesgruppe Bayern möchte ich durch intensiven Austausch das Netzwerk im Verband stärken. Ein weiteres Ziel ist es, gemeinsam mit neuen Ideen und kreativen Konzepten in die Zukunft zu gehen und an einem Strang für eine starke Daseinsvorsorge zu ziehen. 

Die Energie- und Wasserversorgung stehen vor großen Herausforderungen. Wie treiben die swa die Transformation mit der Stadt Augsburg voran in diesen herausfordernden Zeiten? 

Bei der Energieversorgung der Zukunft steht für uns die Versorgungssicherheit im Fokus. Diese erreichen wir durch einen Technologiemix aus umweltschonenden Heizmöglichkeiten wie Fern- und Nahwärme. Für die Stromversorgung müssen wir Wind und PV deutlich ausbauen und viel mehr bei Stromspeichern tun. Zudem erfordert die weltpolitische Lage neue Sicherheitsmaßnahmen und weitere Investitionen in die Cybersecurity sowie den Ausbau von Redundanzen im Netz sowie in den physischen Zugangsschutz von Anlagen und Einrichtungen. 

Auch im Bereich Trinkwasser spielt die Sicherheit eine große Rolle. Deshalb bauen wir nur noch Horizontalfilterbrunnen, die rund 20 Meter tief reichen. Bis in diese Tiefen muss das Wasser auch die feinen Sande passieren und wird ausreichend durch die Bodenschichten gefiltert. So müssen wir auch weiterhin das gewonnene Grundwasser nicht für unser Trinkwasser aufbereiten, sondern können es naturbelassen an die Verbraucher liefern. Wir haben auch kein Problem mit Nitrat, Medikamentenrückständen oder Mikroplastik. Dafür haben wir in der Vergangenheit sehr viel getan und tun dies auch weiterhin. 

Wie begann Ihre Karriere in der Kommunalwirtschaft und was raten Sie jungen Menschen, die sich für Jobs bei kommunalen Unternehmen interessieren? 

Ich bin nahezu mein gesamtes Berufsleben im Bereich der Energie und Versorgung tätig. Bereits in meinem Studium der Elektrischen Energietechnik in Mannheim hat mich die Vielfalt der Energiebranche fasziniert. Mein Werdegang führte mich unter anderem als Geschäftsführer der Mainova Energiedienste GmbH nach Frankfurt und als Geschäftsführer der dortigen Stadtwerke nach Kaiserslautern. Im Mai 2024 habe ich meine Tätigkeit in Augsburg als swa Geschäftsführer aufgenommen. Gemeinsam möchte ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Aufsichtsrat und der Stadt Augsburg die Stadtwerke Augsburg so weiterentwickeln, dass wir den Anforderungen an eine moderne, ökologische, nachhaltige und finanziell stabile kommunale Daseinsvorsorge gerecht werden und weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber in der Region sind. 

Jungen Menschen, die sich für Jobs in kommunalen Unternehmen interessieren, rate ich, bei einem Praktikum in unsere unterschiedlichen Sparten zu schnuppern. Die Tätigkeits- und Ausbildungsfelder sind unglaublich vielfältig. Bei den Stadtwerken Augsburg bilden wir in mehr als zehn Berufen aus, ob kaufmännisch, technisch oder im Bereich Mobilität. Zudem ist auch ein duales Studium möglich, beispielsweise für Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik oder Maschinenbau. Ein weiterer Vorteil: In einem kommunalen Unternehmen wird es nie langweilig – denn ohne uns würde die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes stillstehen.