Mitgliederbefragung gibt Einblick in Klimaanpassung kommunaler Unternehmen

11.04.23

Kommunale Unternehmen leisten mit Klimaschutzmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels. Sie gestalten den Wandel zur klimaneutralen Gesellschaft aktiv mit, doch selbst bei Erreichen der Klimaschutzziele werden weitere Klimaveränderungen eintreten. Es muss also beides stattfinden: Effektiver Klimaschutz und Klimaanpassung. Die kommunale Daseinsvorsorge ist hier unmittelbar betroffen und kommunale Unternehmen sind gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Im Sommer 2023 befragte die VKU Landesgruppe Bayern ihre Mitglieder im Rahmen des Projekts ARSINOE zur Klimaanpassung. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

Klimafolgen betreffen zahlreiche Geschäftsfelder und Arbeitsbedingungen
Die Befragung bestätigt, dass Klimaanpassung in den nächsten Jahren von zentraler Bedeutung für die Leistungen der Daseinsvorsorge und die Arbeit kommunaler Unter-nehmen im Freistaat ist. Insbesondere für Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie Energiewirtschaft wird mit moderaten bis großen Auswirkungen des Klimawandels gerechnet. Bäderbetriebe sowie die Geschäftsbereiche Mobilität und Telekommunikation werden ebenfalls von den Folgen des Klimawandels beeinflusst werden. Über die Sparten hinweg glaubt man, gut bis sehr gut an die Folgen des Klimawandels angepasst zu sein. 

In der Wasserwirtschaft passt man sich primär an veränderte Nachfrage, veränderte Wassermengen und wetterbedingte Infrastrukturbelastung an. In der Abwasserwirtschaft gilt das Augenmerk besonders wetterbedingter Belastung von und wetterbedingten Schäden an Infrastruktur. Die Veränderung der Wasserqualität von Gewässern und veränderte Wasserstände in Oberflächengewässern spielen ebenfalls eine wichtige aber nachgeordnete Rolle. In der Energiewirtschaft stellt man sich auf veränderten Wärme- und Kältebedarf ein sowie auf Schäden an und Belastung von Infrastruktur. Man rechnet damit, dass sich veränderte Biomasseverfügbarkeit, anderen Grundwasserständen und Wasserständen in Oberflächengewässern sowie veränderter Sonneneinstrahlung auf die Geschäftstätigkeit auswirken werden.

Viele sind sicher, dass der Klimawandel die auch Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen beeinflussen wird. Sie ergreifen Hitzeschutzmaßnahmen, wie z.B. das Bereitstellen von Getränken, Sonnenschutz und Schattenspendern oder das Anbieten flexibler Arbeitszeitmodelle im Sommer. Man ist sich also über die verschiedenen Geschäftsbereiche hinweg, der mit dem Klimawandel einhergehenden Herausforderungen bewusst und adressiert sie.  

Ressourcen für die Klimaanpassung & Forderungen zur Landtagswahl 2023
Gleichzeitig wird deutlich, dass Datengrundlagen, Personal und finanzielle Ressourcen fehlen. Die Klimaanpassung ist ein relativ junges Arbeitsfeld und viele Unternehmen wünschen sich eine bessere Ressourcenausstattung, um die Daseinsvorsorge resilienter zu machen. Qualifizierten Fachkräfte, die mit den Themen vertraut sind, sowie solide Datengrundlagen für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen fehlen vielerorts. Nur mit dem nötigen Know-How und belastbaren Informationen kann vorausschauend geplant werden. Finanzierungsfragen sind vielerorts noch zu klären.  Kommunale Unternehmen arbeiten bereits mit ihren kommunalen Gesellschaftern, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowie Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, um die Klimaanpassung voranzutreiben. Ein Vertiefen dieser Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Dritten bergen die Chance, Ressourcen besser zu nutzen und voneinander zu lernen. 

Unter dem Thema „Wir machen Bayern zukunftsfähig“ hat die VKU Landesgruppe Bayern ihre Beiträge und Forderungen zur Transformation der Daseinsvorsorge zusammengefasst. Hier finden sich mehr Informationen zu den Beiträgen kommunaler Unternehmen zu Klimaschutz und –anpassung sowie ihre Forderungen für die nächste Legislaturperiode.  

 

Die VKU Landesgruppe Bayern ist Teil des unter Horizon 2020 geförderten Projekts ARSINOE (Grant Agreement: 101037424). Das Projekt ist eines von 90 Projekten für die Umsetzung des European Green Deal und wird mit über 15 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Im Rahmen des Projekts untersuchen 41 Projektpartner aus ganz Europa vier Jahre lang, wie die Anpassung an den Klimawandel in verschiedenen europäischen Regionen gelingen kann. Dabei liegt der Fokus auf Systemlösungen und innovativen Ansätzen, die auf andere Regionen übertragen und dort nutzbar gemacht werden können. So trägt das Projekt zur Umsetzung des European Green Deal bei und steigert die Resilienz im Klimawandel.