Betroffenheit aller Sparten durch Aktionsplan CCU/CCS zum Carbon Management des StMWi

01.10.25

Im Juli hat das Bayerische Wirtschaftsministerium einen Aktionsplan CCU/CCS zum Carbon Management in Bayern veröffentlicht, der die strategische Ausrichtung des Freistaats im Bereich Carbon Management konkretisiert. Die VKU-Landesgruppe Bayern hat den 24-seitigen Plan analysiert und kommt zu dem Schluss, dass kommunale Unternehmen, unabhängig von der Sparte, betroffen sein werden. Denn der Aktionsplan betrifft die Bereiche Strom, Gas, Abfall sowie bei der CO₂-Speicherung oder im Falle vereinfachter Genehmigungsverfahren auch die Wasserwirtschaft. Brisanz gewinnt dieses Thema des Weiteren dadurch, dass auf Bundesebene das novellierte Kohlendioxid-Speicherungsgesetz den Ländern die Möglichkeit eröffnet, die CO₂-Speicherung im eigenen Bundesland zu ermöglichen. Der Freistaat lässt die Nutzung dieser sogenannten Opt-In-Regelung in wissenschaftlicher, technischer und industriepolitischer Hinsicht durch eine Studie derzeit klären. Hierzu wurde unser Landesgruppengeschäftsführer Gunnar Braun kürzlich interviewt, um die Betroffenheit kommunaler Unternehmen bei diesem Thema darzulegen. Dieses Thema steht zudem auf der Agenda des Landesgruppenvorstandes, der am 23. Oktober das nächste Mal tagt. 

Der Aktionsplan sieht folgende Punkte vor: 

  • Klimapolitischer Fokus: Die Reduktion von CO₂-Emissionen durch erneuerbare und CO₂-neutrale Energieträger bleibt oberstes Ziel. CCU/CCS wird als ergänzende Maßnahme zur Kompensation unvermeidbarer Emissionen aus Industrieprozessen betrachtet.

  • CO₂ als Rohstoff: Abgeschiedenes CO₂ wird als wertvoller Einsatzstoff hervorgehoben. Die Nutzung soll zur Resilienz beitragen und die Abhängigkeit von fossilen Kohlenstoffquellen verringern.

  • Privatwirtschaftliche Infrastruktur: Der Aufbau der CO₂-Infrastruktur soll marktwirtschaftlich und verursachergerecht erfolgen – ohne direkte Beteiligung des Freistaats.

  • Transport und Energiebedarf: CO₂-Transport soll per Bahn, Schiff und Pipeline auch im Transit erfolgen. Der erwartete hohe Strombedarf – bevorzugt aus erneuerbaren Quellen – wird als Herausforderung benannt, insbesondere angesichts hoher Strompreise und begrenzter Verfügbarkeit.

  • Abfallwirtschaft im Fokus: Eine Studie zu CCU/CCS-Potenzialen von Müllheizkraftwerken ist in Arbeit. Die Bifa-Studie „CO₂-Minderungspfade der thermischen Abfallbehandlung in Bayern“ wird erwähnt. Es besteht potenziell eine Konkurrenz zwischen dem Wärmebedarf für Carbon Capture und der Fernwärmeversorgung.

  • Genehmigungsverfahren: Schnellere und einheitliche Verfahren sind geplant. Die Erfahrungen von Regierungen und Bergämtern auch mit Blick auf wasserwirtschaftliche Interessen sollen einbezogen werden. Ein Runder Tisch soll eingerichtet werden.

  • Zentraler Ansprechpartner: Ein Carbon Management Zentrum soll eingerichtet und mit Aufgaben betraut werden, die an das Wasserstoffzentrum Bayern erinnern. 

Der Aktionsplan zeigt deutlich, dass CCU/CCS in Bayern an Relevanz gewinnt und kommunale Unternehmen bei Fragen zur Infrastruktur, zu Genehmigungen und rund um die Energieversorgung davon betroffen sind. Kommen Sie zu diesem Thema gerne auf uns zu und teilen Ihre Einschätzungen mit uns.