Termine Juni 2017

01.06.
VKU-Infotag: Die neue Klärschlammverordnung
13.06.
VKU-Infotag: Betrieblicher Datenschutz aktuell
14.06.
VKU-Infotag: IT-Sicherheit für kleine und mittlere Stadtwerke
15.06.
VKU-Konferenz: 1. Norddeutscher Versorgertag 2017
20.06.
VKU-Infotag: Das 1 x 1 der Pressearbeit in kommunalen Unternehmen
20.06.
VKU-Infotag: Das neue Messstellenbetriebsgesetz
21.06.
VKU-Infotag: Presse- und Medienrecht aktuell
21.06.
VKU-Infotag: Presse- und Medienrecht aktuell
21.06.
VKU-Infotag: Das neue DigiNetz-Gesetz
27.06.
VKU Präsidiums- und Vorstandssitzung
27.06.
VKU-Infotag: IT-Sicherheit für kleine und mittlere Stadtwerke

Thermische Behandlung und energetische Verwertung von Abfällen

Allgemeine Informationen

Ausschnitt eines Heizkraftwerks der MVV, in dem thermische Abfallbehandlung stattfindet

Die erste städtische Anlage, um Müll durch Verbrennung zu entsorgen, ging im Jahr 1896 in Hamburg in Betrieb, 20 Jahre nach dem ersten Rieselfeld für das Berliner Abwasser. Beide wurden notwendig, da Wirtschaft und Bevölkerungszahl der deutschen Städte immer weiter zunahmen, die hygienischen Zustände sich verschlechterten und damit die Gesundheit der Menschen gefährdet wurde.

Heute gibt es etwa 70 „klassische“ Müllverbrennungsanlagen in Deutschland, in denen im Jahr 2009 etwa 19,1 Millionen Tonnen Abfälle verbrannt wurden. Außerdem gibt es Verbrennungsanlagen zur Beseitigung von gefährlichen Abfällen und Klärschlamm, zur Verwertung von Altholz sowie die sog. Ersatzbrennstoffkraftwerke zur Energierückgewinnung aus mäßig aufbereiteten Abfällen. Die dritte Säule der thermischen Abfallentsorgung ist die Mitverbrennung hochwertig konditionierter Sekundärbrennstoffe in Kohlekraftwerken, Zement- und Ziegelwerken und anderen Industrieanlagen.

Durch Müllverbrennungsanlagen werden Abfälle nicht nur entsorgt, sondern auch verwertet und so der Verbrauch an Primärressourcen verringert. Nicht alle Abfälle sind hochwertig recycelbar, also nicht mit ökologischer, ökonomischer und sozialer Vorteilhaftigkeit. Sind diese Abfälle für die thermische Verwertung geeignet, ist diese oftmals der nachhaltigste Weg der Verwertung. Die thermische Abfallverwertung unterstützt auch das sonstige Recycling, denn auch bei dem Recycling fallen Abfälle an, die anschließend oftmals thermisch verwertet werden. Und die Abtrennung von Eisen- und Nichteisenmetallen für das Recycling ist in den Abfallverbrennungsanlagen ebenso üblich wie die Nutzung stabilisierter Schlacken als Ersatzbaustoffe.

Erst das Zusammenwirken von Recycling, Vorbehandlung und thermischer Verwertung hat den drastischen Schnitt in der Deponierung von Siedlungsabfällen in Deutschland möglich gemacht. So wird durch die Abnahme von Masse und Dichte der Abfälle und den geringen Anteils der Reststoffe zur Beseitigung das benötigte Deponievolumen drastisch auf 5 bis 15 Prozent des Volumens reduziert, das früher für die Beseitigung von unbehandeltem Hausmüll benötigt wurde.

Eine Vielzahl von Untersuchungen und Veröffentlichungen zeigt die Hochwertigkeit der energetischen Verwertung von Abfällen in modernen thermischen Behandlungsanlagen. Durch die Eigennutzung der bei der Verbrennung freigesetzten Energie unmittelbar als Wärme (Dampf) oder mittelbar als Strom oder Kälte und durch deren Bereitstellung für andere haben die Müllverbrennungsanlagen im Laufe der Zeit immer stärker eine zweite Funktion als Kraftwerke bekommen, und andere Energieträger können geschont werden.

Bei der Verbrennung von Abfällen, die fossilen Kohlenstoff enthalten, also von Kunststoffen, synthetischen Textilien usw., entstehen zwangsläufig klimarelevante Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Da die Vermeidung dieser Emissionen nicht in der Macht der Müllverbrennungsanlagen liegt, sondern nur durch veränderte stoffliche Zusammensetzung der Abfälle oder Abfallvermeidung zu erreichen ist, die Abfälle aber entsorgt werden müssen, werden die MVA nicht in den Treibhausgas-Emissionsrechtehandel einbezogen.

Aufgrund der durch Eigenenergienutzung und Energielieferungen an Kunden eingesparten Energie aus fossilen Primärrohstoffen (Erdöl, Kohle, Erdgas) trägt die energetische Abfallverwertung in Müllverbrennungsanlagen insgesamt erheblich zum Klimaschutz bei: Netto werden so ca. 4 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro Jahr vermieden. Auch die Beendigung der Ablagerung nicht vorbehandelter biologisch abbaubarer Abfälle, deren Zersetzung auf Deponien zur Bildung des extrem klimaschädlichen Treibhausgases Methan führt, in Deutschland im Jahr 2005 wäre ohne die Alternative Verbrennung nicht möglich gewesen.

Die kommunalen Anlagen zur thermischen Abfallverwertung werden auch in Zukunft maßgeblich die Entsorgungssicherheit garantieren. Die sich veränderten Rahmenbedingungen müssen die Kommunen bei ihren diesbezüglichen Planungen berücksichtigen.

Ausführliche Informationen stehen den Mitgliedern des VKU nach der Anmeldung mit dem im Juli 2013 erschienenen Positionspapier "Thermische Verwertung von Siedlungsabfällen - Eckpfeiler einer nachhaltigen Abfallwirtschaft" zur Verfügung.

Faktenblatt: Die thermische Verwertung - Integraler Bestandteil einer nachhaltigen Abfallwirtschaft

Das Hintergrundpapier "Thermische Verwertung von Siedlungsabfällen" beantwortet häufig gestellte Fragen in komprimierter Form.

Ansprechpartner: Dr. Martin J. Gehring

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