
Prüfverfahren für Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren
DBU-Abschlussbericht veröffentlicht
07.03.2011. Bund und Länder planen bereits seit längerem, Anforderungen für die Einleitung von Niederschlagswasser in Gewässer festzulegen. Für die Einhaltung sollen unter anderem dezentrale Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen. Wie die Bauartzulassung solcher standardisierter Verfahren ausgestaltet werden kann, wurde im Rahmen eines DBU geförderten Forschungsprojektes untersucht. Die nunmehr vorgelegten Ergebnisse werden in die weiteren Beratungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Niederschlagswasser einfließen. Der VKU beteiligt sich aktiv an dem Diskussionsprozess und hat ein Positionspapier eingebracht.
Niederschlagswasserbedingte Abflüsse stellen teilweise ein wesentlicher Eintragspfad für Schadstoffe in die Gewässer dar. Für einen wirkungsvollen Rückhalt dieser Schadstoffe kommt der Behandlung belasteter Niederschlagsabflüsse in dezentralen standardisierten Anlagen eine besondere Bedeutung zu. Eine regelmäßige Überwachung der Ablaufwerte jeder einzelnen Behandlungsanlage wird jedoch nicht möglich sein. Zur Sicherstellung ihrer Wirksamkeit soll für diese Anlage daher eine bauaufsichtliche Zulassung erteilt werden. Die Festlegung von Anforderungen an Einbau, Betrieb und Wartung der Anlagen zur ordnungsgemäßen Funktion erfordert geeignete Prüfverfahren.
Auftrag des Forschungsprojektes ist es, entsprechende Prüfverfahren auf Basis vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Vorgabe der Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Bewertung solcher Anlagen zu entwickeln. In Abhängigkeit von Herkunftsfläche (Dach, Metalldach, Verkehrsfläche, Mischfläche) und Zielkompartiment (Boden/Grundwasser bzw. Oberflächengewässer) werden geeignete Prüfverfahren festgelegt. Dabei werden die genaue Versuchsanordnung und der Versuchsablauf beschrieben sowie Hinweise für Planung, Anordnung, Einbau und Betrieb der Anlagen formuliert. Die notwendige Verifizierung der Verfahren ist für eine weitere Projektphase geplant.
Die Prüfverfahren sind für die Anwendung im Labor entwickelt, um eine entsprechende Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit zu gewährleisten. Für acht unterschiedliche Fallkonstellationen (Herkunft – Einleitpunkt) werden die Verfahren systematisch geprüft und anschließend in Form von Arbeitsanweisungen für das durchzuführende Labor formuliert. Ausgangspunkt der Entwicklung der Prüfverfahren sind die 2008 diskutierte Festlegungen für Einleitungen von Niederschlagswasserabflüssen von bebauten und befestigten Gebieten. Demnach soll der Stand der Technik in Form eines Anhangs der Abwasserverordnung definiert werden. Die Anforderungen sehen für Niederschlagswasserabflüsse stoffliche Grenzwerte für die Einleitung ins Grund- und ins Oberflächenwasser vor. Diese sollen jedoch ausschließlich für Neuanlagen gelten. Da diese noch in der Diskussion sind, ist ggf. nach einer rechtsverbindlichen Festlegung eine Anpassung der Werte in den Prüfverfahren erforderlich.
Das Projekt wurde von der DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall in Kooperation mit der Technischen Universität Kaiserslautern, der Fachhochschule Münster und dem Institut für Wasserforschung Dortmund durchgeführt. Die Laufzeit beträgt 18 Monate (01.10.2008 bis 31.03.2010). Der Abschlussbericht wurde bereits im April 2010 vorgelegt, jedoch erst im Jahr 2011 zur Veröffentlichung frei gegeben. Der Bezug des 236-seitigen Abschlussberichts erfolgt zentral über die DWA (Herr Christian Berger, Tel. 02242-872-126, Email: berger@dwa.de).
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