Zeitverzug für Verteilnetzbetreiber beseitigen
Berlin, 25.10.2012. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt, dass das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Problematik des Zeitverzuges bei Investitionen in Verteilnetze anerkennt. Der Verband kritisiert aber, dass das BMWi keine zeitnahe Lösung anstrebt. „Es reicht nicht aus, dass das BMWi die erforderlichen Anpassungen erst nach weiteren Prüfungen ab 2014 und dann auch nur voraussichtlich vornehmen möchte. Den Zeitverzug muss man kurzfristig beseitigen“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Auch der aktuelle Vorschlag der Bundesnetzagentur (BNetzA), Investitionsbudgets für die 110 kV-Ebene zuzulassen, greift hier deutlich zu kurz. „Investitionsbudgets müssen endlich auch für die Verteilnetzbetreiber mit ihren Netzen in der Nieder- und Mittelspannung nutzbar werden“, so Reck weiter. Über 97 Prozent der erneuerbaren Energien werden an diese Netzebenen angeschlossen und verursachen dort Ausbau- und Investitionsbedarf. Derzeit müssen Verteilnetzbetreiber aber fast sieben Jahre warten, bis sie ihr eingesetztes Kapital zurückverdienen dürfen. „Diese fortdauernde Diskriminierung gefährdet zunehmend die Ziele der Energiewende, zumal entsprechende Vorschläge des VKU dem BMWi seit November 2011 vorliegen“, kritisiert Reck deutlich die abwartende Haltung von BMWi und BNetzA. Aktuell sind Investitionen auf allen Netzebenen erforderlich. Nach Schätzungen des VKU liegt der Bedarf allein bei den Verteilnetzen bei 25 Milliarden Euro bis 2030. Zudem müssen die deutschen Verteilnetzbetreiber bis 2030 sieben Milliarden Euro in den Aufbau intelligenter Netze, sogenannter Smart Grids (Kosten für die Informations- und Kommunikationstechnologie) aufwenden. Diese Investitionen müssen zeitnah refinanziert und flexibel in der Regulierung abgebildet werden, da die Verteilnetzbetreiber aktuell gleichzeitig Smart Grids aufbauen, erneuerbare Energien anbinden und die Netzinfrastruktur erneuern müssen. Das erfordert einen deutlich steigenden Investitionsbedarf. „Für die Beseitigung des Zeitverzuges bei Investitionen in Verteilnetze bieten auch die Vorschläge aus den Landesregulierungsbehörden zur jährlichen Anpassung der Erlösobergrenze und zur Abrechnung auf Basis von Plankosten eine sehr gute Grundlage. Der VKU steht bereit, diese Vorschläge weiter zu konkretisieren und sachgerecht auszugestalten“, so Reck. Um die Diskussion weiter voranzutreiben, veranstaltet der VKU heute einen parlamentarischen Nachmittag, der als Plattform für Politik und kommunale Verteilnetzbetreiber dient. Reck abschließend: „Vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen und aufgrund der Tatsache, dass die Energieinfrastruktur gleichzeitig vor einem enormen Umbau und vor einer grundlegenden Erneuerung steht, müssen wir schnell handeln. Wir brauchen klar definierte Ziele und Rahmenbedingungen für den Netzausbau in Deutschland.“ Die beigefügte Netzgrafik finden Sie in Druckqualität zum Download hier.

Zeitverzug für Verteilnetzbetreiber beseitigen

Pressemitteilung 101/12

Ein Strommast ragt in den klaren Himmel

Berlin, 25.10.2012. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt, dass das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Problematik des Zeitverzuges bei Investitionen in Verteilnetze anerkennt. Der Verband kritisiert aber, dass das BMWi keine zeitnahe Lösung anstrebt. „Es reicht nicht aus, dass das BMWi die erforderlichen Anpassungen erst nach weiteren Prüfungen ab 2014 und dann auch nur voraussichtlich vornehmen möchte. Den Zeitverzug muss man kurzfristig beseitigen“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Auch der aktuelle Vorschlag der Bundesnetzagentur (BNetzA), Investitionsbudgets für die 110 kV-Ebene zuzulassen, greift hier deutlich zu kurz. „Investitionsbudgets müssen endlich auch für die Verteilnetzbetreiber mit ihren Netzen in der Nieder- und Mittelspannung nutzbar werden“, so Reck weiter. Über 97 Prozent der erneuerbaren Energien werden an diese Netzebenen angeschlossen und verursachen dort Ausbau- und Investitionsbedarf. Derzeit müssen Verteilnetzbetreiber aber fast sieben Jahre warten, bis sie ihr eingesetztes Kapital zurückverdienen dürfen. „Diese fortdauernde Diskriminierung gefährdet zunehmend die Ziele der Energiewende, zumal entsprechende Vorschläge des VKU dem BMWi seit November 2011 vorliegen“, kritisiert Reck deutlich die abwartende Haltung von BMWi und BNetzA.

 

Aktuell sind Investitionen auf allen Netzebenen erforderlich. Nach Schätzungen des VKU liegt der Bedarf allein bei den Verteilnetzen bei 25 Milliarden Euro bis 2030. Zudem müssen die deutschen Verteilnetzbetreiber bis 2030 sieben Milliarden Euro in den Aufbau intelligenter Netze, sogenannter Smart Grids (Kosten für die Informations- und Kommunikationstechnologie) aufwenden. Diese Investitionen müssen zeitnah refinanziert und flexibel in der Regulierung abgebildet werden, da die Verteilnetzbetreiber aktuell gleichzeitig Smart Grids aufbauen, erneuerbare Energien anbinden und die Netzinfrastruktur erneuern müssen. Das erfordert einen deutlich steigenden Investitionsbedarf. „Für die Beseitigung des Zeitverzuges bei Investitionen in Verteilnetze bieten auch die Vorschläge aus den Landesregulierungsbehörden zur jährlichen Anpassung der Erlösobergrenze und zur Abrechnung auf Basis von Plankosten eine sehr gute Grundlage. Der VKU steht bereit, diese Vorschläge weiter zu konkretisieren und sachgerecht auszugestalten“, so Reck. Um die Diskussion weiter voranzutreiben, veranstaltet der VKU heute einen parlamentarischen Nachmittag, der als Plattform für Politik und kommunale Verteilnetzbetreiber dient.

Reck abschließend: „Vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen und aufgrund der Tatsache, dass die Energieinfrastruktur gleichzeitig vor einem enormen Umbau und vor einer grundlegenden Erneuerung steht, müssen wir schnell handeln. Wir brauchen klar definierte Ziele und Rahmenbedingungen für den Netzausbau in Deutschland.“

Die beigefügte Netzgrafik finden Sie in Druckqualität zum Download hier.

 

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 235.000 Beschäftigten wurden 2010 Umsatzerlöse von rund 95 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 49,1 Prozent in der Strom-, 58,4 Prozent in der Erdgas-, 77,2 Prozent in der Trinkwasser-, 60,0 Prozent in der Wärmeversorgung und 16,5 Prozent in der Abwasserentsorgung.

Pressesprecher: Carsten Wagner

Stv. Pressesprecher: Beatrice Kolp; Stefan Luig

Pressereferentin: Elisabeth Mader


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Termine Mai 2013

22.05. 10:30h 33. Sitzung des Ausschusses Finanz- und Wirtschaftsrat beim VKU
23.05. Breitbandausbau durch kommunale Unternehmen