
Potenziale des Hausmüll-Sektors zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen
Bericht der europäischen Umweltagentur
08.09.2011. Die Europäische Umweltagentur hat einen Bericht zu den Potenzialen des Hausmüll-Sektors für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen veröffentlicht.
Der Bericht setzt sich fast ausschließlich mit den Potenzialen der Reduzierung bzw. dem Verbot der Deponierung auseinander. Daneben geht es auch um Potenziale der Emissionsreduzierung durch Nutzung von Abfällen als Sekundärressourcen. Die EEA hält es für elementar, die Menge an Hausmüll, die der Deponierung zugeführt wird, drastisch zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels sei die Umsetzung der bestehenden EU-Gesetzgebung (insbes. der Deponie-Richtlinie), aber auch eine vermehrte separate Sammlung elementar.
Zwar habe sich der Anteil des recycelten Hausmülls in den Jahren 1995 bis 2008 stetig verbessert (von 17 % auf 40 %), und auch die Deponierung sei in diesen Jahren zurück gegangen (von 68 % auf 40 %), doch gebe es noch erhebliches Potenzial. Zudem sei davon auszugehen, dass die Menge des von den Haushalten hervorgebrachten Hausmülls in den nächsten Jahren noch steigen werde. Betrug der generierte Hausmüll im Jahr 1995 noch 468 kg pro Person, so stieg diese Zahl im Jahr 2008 auf 524 kg. Für das Jahr 2020 prognostiziert die EEA eine jährliche Menge von 558 kg Hausmüll pro Person.
Der Bericht analysiert drei verschiedene Szenarien. Erstens das Modell nach dem Prinzip „Business as usual“, bei dem die Ziele der Deponie-Richtlinie von einem Teil der Mitgliedstaaten nicht erreicht werden, zweitens die vollständige Umsetzung der Deponie-Richtlinie und drittens das vollständige Verbot jedweder Deponierung. Im Modell „Business as usual“ könnten die EU-weiten Emissionen um 44 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gegenüber dem Jahr 2008 gesenkt werden. Im Szenario 2 könnte bereits eine Reduzierung von 62 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erreicht werden, was 1,23 % der gesamten THG der EU ausmachte, und bei einem totalen Verbot der Deponierung könnten die Emission um 78 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente oder 1,53 % reduziert werden.
Ansprechpartner: Dr. Martin J. Gehring, Sonja Witte
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