Herausforderungen für den Infrastrukturerhalt - Heute und in Zukunft

19.05.2016. Die Infrastruktur der kommunalen Wasser- und Abwasserwirtschaft stellt einen bedeutenden Vermögenswert der Daseinsvorsorge dar, der oft unterschätzt wird. Mit Blick auf die laufenden Diskussionen zum Zustand und den Investitionserfordernissen in öffentliche Infrastrukturen gilt es die Wertigkeit dieser kommunalen Infrastrukturdienstleistungen im politischen Dialog zukünftig noch besser hervorzuheben und mit Daten aus der Praxis kommunaler Unternehmen zu untersetzen. Die Ergebnisse der aktuellen VKU-Mitgliederbefragung zum Thema "Infrastrukturerhalt und -entwicklung" leisten dazu einen wesentlichen Beitrag und legen die Grundlage für weitere VKU-Hilfestellungen.

Um die hohe Qualität und Versorgungssicherheit der Wasserver- und Abwasserentsorgung auch zukünftig jederzeit zuverlässig zu gewährleisten, ist eine anlagenintensive und sehr langlebige Infrastruktur von Nöten. Der langfristige Erhalt der Leitungsnetze, Kanäle und Anlagen erfordert Jahr für Jahr enorme Investitionen der kommunalen Unternehmen mit einem generationsübergreifenden Wirkungshorizont. Veränderte Rahmenbedingungen stellen die Unternehmen daher vor große Herausforderungen, denen sie mit innovativen und passgenauen Lösungen vor Ort begegnen.

Die VKU-Mitgliederbefragung befasste sich u. a. mit den Herausforderungen, die die Mittelverwendung für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur zukünftig maßgeblich beeinflussen werden sowie mit den Schwerpunkten der zukünftigen Investitionstätigkeit. Neben der Bestandsaufnahme der derzeitigen Finanzierungsbedingungen und der Einschätzung, wie sich diese mittelfristig entwickeln, wurden die Teilnehmer auch zu möglichen Auswirkungen auf die Trink- und Abwasserentgelte befragt.

Wie die Ergebnisse der Befragung zeigen, schätzen nahezu alle Teilnehmer den Erhalt und die Erneuerung der bestehenden Leitungs- und Kanalnetze sowie der Anlagen als maßgebliche Herausforderung für den Investitionsbedarf der kommenden Jahre ein. Vielerorts erreichen wachsende Anteile der Leitungs- und Kanalnetze das Ende der Nutzungsdauer, wodurch vermehrt Erneuerungsinvestitionen anstehen. Zunehmende rechtliche und technische Anforderungen werden vor allem im Abwasserbereich als weitere große Herausforderung für die zukünftige Mittelverwendung wahrgenommen. Für die Trinkwasserversorger spielen zudem Veränderungen der strukturellen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Damit zeigen die Ergebnisse, dass es für den zukünftigen Erhalt der bestehenden Infrastruktur vor allem entscheidend sein wird, dass die dafür erforderlichen Mittel nicht in Konkurrenz zu anderen Investitionserfordernissen treten.

Zwar reichen nach Einschätzung von drei Viertel der befragten Unternehmen die derzeit für den Substanzerhalt aufgewendeten Mittel für den aktuellen Bedarf aus. Gleichzeitig gehen jedoch über drei Viertel der Unternehmen davon aus, dass zukünftig erhöhte Investitionen für den Substanzerhalt erforderlich sein werden. Damit zeichnet sich ab, dass die Infrastrukturausgaben in vielen Regionen nochmals deutlich ansteigen werden, obwohl sich die kommunale Wasser- und Abwasserwirtschaft bereits heute durch beständig hohe und wirtschaftlich-nachhaltige Investitionen auszeichnet.

Einen Auszug der Befragungsergebnisse liefert das "Facts and Figures: Infrastruktur Wasser/Abwasser". Der umfassende Auswertungsbericht der VKU-Mitgliederumfrage steht Ihnen im Mitgliederbereich als Download zur Verfügung.

Anlage

Ihr VKU-Ansprechpartner: Marcel Fälsch

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