Diesel-Fahrverbote: Stadtwerke sind als Infrastrukturdienstleister Gestalter und Ermöglicher der Mobilität der Kommune

Leipzig/Wiesbaden, 27. Februar 2018. „Der Handlungsbedarf ist groß. Die Stadtwerke werden nach dem heutigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts den Umstieg auf klimafreundliche Antriebstechnologien weiter vorantreiben", so Ralf Schodlok, Vorsitzender der Landesgruppe Hessen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zum möglichen Weg für Diesel-Fahrverbote. Die kommunalen Unternehmen in Hessen entwickeln bereits Zukunftskonzepte, um den aktuellen Herausforderungen mit Lösungen zu begegnen. In Hessen würden Diesel-Fahrverbote gerade die Ballungsgebiete besonders hart treffen. Schodlok: „Hier sind die Stadtwerke als zentrale Infrastrukturdienstleister ein entscheidender Akteur für die lokale Mobilitätswende, für den Klima- und Umweltschutz. Dafür treiben sie vor Ort die Energie-, Wärme- und Mobilitätswende voran und nehmen dabei das System Stadt in seiner gesamten Komplexität in den Blick. Sie kennen die Gegebenheiten und lokalen Herausforderungen genau.“

Momentan sind die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings noch ein großes Hemmnis beim Umbau unserer Mobilitätsstruktur, erläutert Schodlok. Er sagt: „Für den Ausbau der Elektromobilität geht es nicht allein darum, ´Steckdosen` zu installieren. Diese lassen sich vergleichsweise leicht anbringen. Vielmehr geht es um den dringend notwendigen Ausbau der Stromverteilnetze. Nur diese können Elektroautos selbst in entlegenen Gebieten mit Strom versorgen. Die Verteilnetze sind auch der Schlüssel der Automobilwende, sie sind das Tankstellennetz unter der Erde. E-Mobilität wird flächendeckend nur dann funktionieren, wenn Elektroautos schnell, überall und gleichzeitig betankt werden können.“ Um den Aus- und Umbau der Stromverteilnetze voranzubringen, hat der VKU ein Gutachten veröffentlicht und entsprechende Vorschläge erarbeitet.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen fordert Schodlok zudem, dass auch die Verkehrswende technologieoffen gestaltet werden muss: „Bevor alternative Antriebstechnologien wie Elektromobilität oder Wasserstofffahrzeuge die Mobilität flächendeckend sicherstellen können, brauchen wir zur Lösug der Stickoxidpoblematik den schnellen Flottenumbau auf modernste Euro VI-Busse.“

Der Verband stehe dazu im kontinuierlichen Austausch mit der Landesregierung und den Landtagsfraktionen.

Link zu Kurzfassung Gutachten:

https://www.vku.de/fileadmin/user_upload/Verbandsseite/Sparten/Energiewirtschaft/171004_polPap_NQDZ.pdf

Link zu NQdZ-Gutachten:

https://www.vku.de/fileadmin/user_upload/Verbandsseite/Sparten/Energiewirtschaft/171109_Gutachten_NQdZ.pdf

In Hessen sind 143 kommunale Unternehmen im VKU organisiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen in Hessen leisten jährlich Investitionen in Höhe von über 930 Millionen Euro, erwirtschaften einen Umsatz von knapp 13,5 Milliarden Euro und sind wichtiger Arbeitgeber für fast 25.000 Beschäftigte.