Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Woche der Abfallvermeidung

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Die Auftaktveranstaltung der achten Woche der Abfallvermeidung gestaltete sich politisch, denn im Fokus stand die Frage, wie die Reparatur in Deutschland gestärkt werden kann, um Dingen öfter ein zweites Leben zu geben.

Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, wies bereits in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass konkrete Maßnahmen für eine neue Regierung in den kommenden Jahren auf der Agenda stehen sollten.

Diese konkreten Maßnahmen hat das Umweltbundesamt in einem Forderungskatalog in sieben Vorschläge bereits formuliert, die von der Präsidentin des UBA, Maria Krautzberger, vorgestellt wurden. Die Experten in den anschließenden Diskussionen stellten heraus, dass die steuerliche Begünstigung von Reparaturdienstleistungen eine Maßnahme ist, die bereits jetzt zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten wie Schweden, Belgien oder Portugal erfolgreich umsetzen. Eine zeitnahe Implementierung in Deutschland wurde daher als durchaus realistisch eingestuft.

Zeitkritisch dagegen wurde die Ökodesignrichtlinie etwa von Christine Ax, Sprecherin des Runden Tischs Reparatur, bewertet. Die Ökodesignrichtlinie regelt auf EU-Ebene künftig die Reparierbarkeit von bestimmten elektronischen Geräten. Dies ist allerdings ein langfristiger und komplexer europapolitischer Prozess, der auch in den kommenden 10 Jahren nicht abgeschlossen sein wird. Die Rolle von Verbrauchern dagegen kann kurzfristiger gestärkt werden. So sollen in naher Zukunft klare Informationspflichten Hersteller dazu bewegen, die erwartete Nutzungsdauer von Geräten genau auszuweisen. Damit würde die Kaufentscheidung für die Menschen erleichtert werden, zum langlebigen Produkt zu greifen.

Momentan kann höchstens am höheren Preis und an der Firmenreputation erahnt werden, dass ein Gerät länger als 2 Jahre funktionieren wird. Insbesondere Elke Salzmann als Vertreterin der Verbraucherzentralen Bundesverband wies auf die Ausweitung der Informationspflicht hin, spielte aber gleichzeitig den Ball zurück an Hersteller und Handel. Reparieren müsse kostengünstiger und technisch auch möglich sein, sonst helfe auch eine noch so gute Information dem Kunden nichts.

Die Aktionswoche lebt von lokalen Aktionen zur Abfallvermeidung: von Vereinen, Behörden, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen. Kommunen und kommunale Unternehmen sind auch nächstes Jahr wieder herzlich zum Mitmachen eingeladen! Die nächste Europäische Woche der Abfallvermeidung findet vom 17. bis 25. November 2018 statt. Inspirationen und gute Beispiele sind das ganze Jahr über unter www.wochederabfallvermeidung.de zu finden.

In Deutschland wird die Kampagne mit Mitteln der Europäischen Klimaschutzinitiative durch das Bundesumweltministerium finanziert. Das Umweltbundesamt (UBA) ist der fachliche Ansprechpartner. Koordiniert wird die Kampagne seit 2014 vom Verband kommunaler Unternehmen.