VKU-Umfrage 2016 zur Elektromobilität in kommunalen Unternehmen

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Auch 2016 befragten der Verband kommunaler Unternehmen und der Deutsche Städte- und Gemeindebund ihre Mitglieder zum Stand der Elektromobilität in Stadtwerken und Kommunen. Das breite Themenfeld Elektromobilität wird für die Stadtwerke immer wichtiger. An diesjährigen Umfrage haben sich 329 Stadtwerke aus ganz Deutschland beteiligt. Das sind rund 100 mehr, als in den vergangenen Jahren. Erneut ergibt sich ein Anteil von mehr als 60 Prozent der Stadtwerke, die im Themenfeld Elektromobilität aktiv sind; deutlich zugenommen hat jedoch die Anzahl der Stadtwerke, die den Einstieg in der nächsten Zeit geplant haben (2016: 13,5 Prozent, 2015: 9,5 Prozent).

Der Anteil der Unternehmen, die bereits Ladeinfrastruktur aufgebaut ist mit 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gestiegen (2015: 59 Prozent). Das ist nach wie vor ein Ausdruck der schwierigen wirtschaftlichen Situation öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Mit Blick auf die angekündigte Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur der Bundesregierung ist jedoch der Anteil der Unternehmen, die neue Ladepunkte hinzubauen wollen, deutlich gestiegen. Insgesamt 67 Prozent der teilnehmenden Stadtwerke gaben an, sie planen, in den nächsten Jahren Ladeinfrastruktur aufzubauen oder die bestehende Infrastruktur zu erweitern (2015: 54,6 Prozent).

In diesem Zusammenhang gehen die Stadtwerke vermehrt dazu über, für den Ladeinfrastrukturausbau ein Konzept zu entwickeln (2016: 47,9 Prozent, 2015: 36,1 Prozent). Mit professionellen Ausbaukonzepten kann der Grundstein für eine bedarfsgerechte Infrastruktur gelegt werden, die das Angebot an Lademöglichkeiten sinnvoll mit anderen Verkehrsangeboten verknüpft. Knapp 80 Prozent der Unternehmen werden für den Ladeinfrastrukturausbau nach Möglichkeit auf Förderprogramme zurückgreifen, ein deutlich kleinerer Anteil (13 Prozent) sagte, dass die Ladeinfrastruktur auf jeden Fall ausgebaut werden müsse, mit oder ohne Förderung. Die Stadtwerke nehmen die Verantwortung für die Entwicklung einer Basisladeinfrastruktur ernst und wollen damit der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Jedoch ist der große Bedarf an Förderprogrammen für öffentlich zugängliche Ladepunkte belegt.

Bis die entsprechenden Fahrzeugzahlen eine hinreichend große Nachfrage darstellen, besteht der Bedarf, die schwierige wirtschaftliche Situation der Ladepunktbetreiber abzufedern. Mittelfristig verfolgt der Großteil der Stadtwerke mit dem Aufbau des Geschäftsbereichs Elektromobilität ganz klar wirtschaftliche Ziele, bis hin um Aufbau eines selbsttragenden Geschäftsmodells. Gut 60 Prozent der Stadtwerke schätzen die wirtschaftliche Bedeutung des Geschäftsfelds Elektromobilität für die Zukunft deshalb als sehr wichtig oder wichtig ein, nur noch 10 Prozent der Stadtwerke vertreten die Auffassung, das Geschäftsfeld spiele für die Zukunft keine große Rolle.

Der entscheidende Schritt hin zum selbsttragenden Geschäftsmodell ist, für den wachsenden Bedarf privater und gewerblicher Nachfrage passende Vertriebsprodukte zu entwickeln. Bei der Produktentwicklung bündeln viele Stadtwerke ihr Knowhow, 38 Prozent der Stadtwerke entwickeln Vertriebsprodukte zusammen mit Partnerstadtwerken oder anderen Unternehmen, 18,6 Prozent entwickeln solche Produkte sogar komplett im eigenen Haus und viele von ihnen bieten sie als White-Label-Lösungen auch anderen Stadtwerken an. Über 40 Prozent der Stadtwerke nehmen White-Label-Lösungen von Drittanbietern (in vielen Fällen ebenfalls Stadtwerke und Stadtwerkekooperationen) in ihr Vertriebsportfolio auf. Spezielle Fahrstromtarife haben erst knapp 20 Prozent der Stadtwerke im Angebot.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass der Stellenwert der Elektromobilität für die Stadtwerke an Bedeutung zunimmt. Das belegt nicht zuletzt das Interesse der Mitgliedsunternehmen an den Informationstagen der VKU-Akademie, die in diesem Jahr einen Teilnahmerekord erreichen konnten. Der VKU wird sich auch weiterhin für die Interessen der Mitgliedsunternehmen einsetzen. Er wird sich in Gesetzgebungsvorhaben einbringen und einen nachhaltigen Knowhowtransfer zwischen den Stadtwerken fördern.