Flexibilisierung des Energiesystems - Europäische Strom- und Gas-Verbände veröffentlichen Berichte

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Mit einem ganzheitlichen Ansatz soll die Nutzung von Flexibilität durch Verteilnetzbetreiber (VNB) möglich sein und die Transformation zu einem dekarbonisierten, dezentralen und digitalisierten Energiesystem erleichtern.

Die europäischen Verbände, die die Verteilnetzbetreiber (VNB) repräsentieren - CEDEC, EDSO, eurelectric, Eurogas and GEODE –, haben zu diesem Thema zwei Berichte erarbeitet:

  • “Flexibility in the Energy Transition: a Toolbox for Electricity DSOs." („Flexibilität in der Energiewende: Werkzeugkasten für Strom-VNB.“) und
  •  “Flexibility in the Energy Transition: a Toolbox for Gas DSOs”. („Flexibilität in der Energiewende: Werkzeugkasten für Gas-VNB.“)

Diese Berichte wurden im Rahmen einer Veranstaltung in Brüssel am 27.02.2018 veröffentlicht und zeichnen einen ganzheitlichen Ansatz zur Nutzung von Flexibilität durch VNB, um diese dabei zu unterstützen die Transformation zu einem dekarbonisierten, dezentralen und digitalisierten Energiesystem weiter voranzutreiben.

Die VNB plädieren in den Berichten für intelligentere und flexiblere Verteilnetze, um die Energiewende, den Energiemarkt und den Handel zwischen Marktparteien zu ermöglichen. Sie rufen die EU-Gesetzgeber dazu auf, die Rolle der VNB bezüglich der Nutzung aller Flexibilitätsoptionen in künftigen Gesetzgebungsprozessen für den Strom- und Gasmarkt zu berücksichtigen. Die Berichte beschreiben praktische Lösungsmöglichkeiten, wie VNB in die Lage versetzt werden können Flexibilität als Werkzeug zum effizienten Netzbetrieb zu nutzen. Für VNB wird es demnach künftig unverzichtbar sein, die Flexibilität in ihren Netzen als Teil ihrer Verantwortlichkeit als aktiver Systemmanager zu kennen, zu nutzen und zu koordinieren.

Die Basis des künftigen Flexibilitätsmarktes müssen marktbasierte Lösungen, Technologieneutralität, die Koordination und der Informationsaustausch zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern bilden.

Isabel Orland (VKU/CEDEC) und Guillaume Virmaux (GRDF/Eurogas) präsentierten die Hauptaussagen des Flexibilitätsberichtes für Gas, welcher darlegt, dass Gasnetze naturgemäß flexibel sind und bereits in großem Umfang dazu beitragen nachfrageseitige Schwankungen zu beherrschen. Zudem dienen Sie der zur Dekarbonisierung des Energiesystems.

Durch weitere Innovationen bei Gastechnologien, wie beispielsweise Mini- oder Micro-BHKWs und der Entwicklung erneuerbarer Gase, wie Bio-Erdgas oder Power-to-Gas, wird die Rolle der Gasnetze weiter an Bedeutung zunehmen.

Gert De Block, Generalsekretär der CEDEC, schloss die Veranstaltung zur Veröffentlichung der Berichte mit einer klaren Botschaft: “Die jeweiligen Merkmale der Strom- und Gasnetze ergänzen sich hervorragend und können zur Entwicklung von integrierten, kosteneffiziente und technologischen Lösungen beitragen. Die Gasnetze können daher einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung des Stromsystems leisten. Diese beiden Berichte demonstrieren zudem die erfolgreiche Zusammenarbeit aller VNB-repräsentierenden Verbände.“

Der VKU hat sich über einen Zeitraum von einem Jahr mit Experten sowohl aus den Mitgliedsunternehmen als aus dem Verband an der Erarbeitung der Berichte beteiligt.

Weitere Inhalte können Sie in den Berichten auf englischer sowie deutscher Sprache nachlesen.

Des Weiteren berichtete die Zeitung für Kommunalwirtschaft in ihrer Mai-Ausgabe über die Flexibility-Reports und den gemeinsamen Appell großer europäischer Energieverbände an die Politik in Brüssel Anpassungen vorzunehmen. Den Artikel „Empfehlungen für ein bewegliches Energiesystem“ können Sie hier lesen.

Laden Sie sich hier die Berichte (in englischer Sprache) herunter.

Laden Sie sich hier die Berichte (in deutscher Sprache) herunter.