BNetzA veröffentlicht neue Festlegung zum Konvertierungsentgelt (Konni Gas)

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Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Beschluss zur Änderung der Festlegung zur Einführung eines Konvertierungssystems in qualitätsübergreifenden Gasmarktgebieten (Konni Gas) veröffentlicht.

Das sind die wichtigsten Inhalte im Überblick:

Ex-ante-Entgelt für 6 bzw. 12 Monate

Das Konvertierungsentgelt von H-Gas nach L-Gas wird weiter in der ex-ante-Ausgestaltung auf unbestimmte Zeit verlängert. Ein Konvertierungsentgelt von L-Gas nach H-Gas besteht nicht.
Die Höhe des Konvertierungsentgeltes sowie einer möglichen Ausschüttung muss sechs Wochen vor dem Geltungszeitraum erfolgen. Der Geltungszeitraum ist vorerst sechs Monate lang, ab dem 01.10.2017 beträgt er ein Jahr. Eine Anpassung des Konvertierungsentgelts innerhalb des Geltungszeitraums ist mit Genehmigung der BNetzA möglich.

Obergrenze (von 0,045 ct/kWh)

Es besteht eine Obergrenze für das Konvertierungsentgelt von 0,045 ct/kWh. Diese Grenze kann mit Genehmigung durch die BNetzA überschritten werden, wenn dies unvorhersehbare Umstände erforderlich machen.

Transparenz

Der monatliche Saldo des Konvertierungskontos ist fünf Werktage nach Monatsende auf Basis der vorläufigen Daten zu veröffentlichen. Es müssen die (vorläufigen) Informationen zu Umfang und Preis der zum Zweck der physischen Konvertierung eingesetzten Maßnahmen unterschieden nach kommerziellen und technischen Maßnahmen veröffentlicht werden. Sobald alle endgültigen Werte vorliegen, müssen sie veröffentlicht werden.

Konvertierungsumlage

Der Marktgebietsverantwortliche kann eine Konvertierungsumlage erheben, wenn erwartet wird, dass die Kosten der Konvertierung die aus dem Konvertierungsentgelt erzielbaren Erlöse unter Berücksichtigung eines Liquiditätspuffers übersteigen.

Zum Hintergrund der Änderungen

Der ursprüngliche Beschluss der BNetzA vom 27.03.2012 (BK7-11-002, „KONNI Gas“) sah die Berechtigung der Marktgebietsverantwortlichen vor, ein Konvertierungsentgelt für die qualitätsübergreifende Bilanzierung im qualitätsübergreifenden Marktgebiet zu erheben – mit einer zeitlichen Limitierung bis zum 01.04.2012.

Im Januar 2016 beantragten jedoch die Marktgebietsverantwortlichen die Beibehaltung des Konvertierungsentgeltes mit insbesondere folgender Begründung: „Die Notwendigkeit zur Ergreifung dieser Maßnahme ergibt sich aus grundsätzlichen Änderungen im Marktumfeld für L-Gas. Diese zeigen sich vor allem im Umfang der von den Marktgebietsverantwortlichen durchgeführten Konvertierungsmaßnahmen, insbesondere im Marktgebiet der NetConnect Germany, einem erheblichen Anstieg von Regelenergieeinkäufen im L-Gas, sowie der rückläufigen L-Gas Produktion in den Niederlanden.“

Eine vorläufige Anordnung zur Beibehaltung des Konvertierungsentgelts der BNetzA sowie Konsultationen, bei denen sich der VKU eingebracht hatte, folgten.