BMF-Schreiben zu neuen Lohnsteuerregeln für private Fahrten mit dem Dienstwagen

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 04.04.2018 ein Schreiben zu der Frage veröffentlicht, wie die Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer lohnsteuerlich zu würdigen ist. Das neue BMF-Schreiben fasst zahlreiche ältere BMF-Schreiben zu dieser Thematik zusammen. Eine Anpassung der Anwendungsschreiben wurde auch aufgrund zwischenzeitlich ergangener aktueller Rechtsprechung des BFH und der Finanzgerichte erforderlich.

Der BFH hatte zum Beispiel kürzlich seine Rechtsprechung geändert und entschieden, dass private Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten eines Fahrzeugs, das ihm auch zur Privatnutzung überlassen wurde, den geldwerten Vorteil bis auf 0 reduzieren können. Dies wird gemäß des aktuellen BMF-Schreibens auch von der Finanzverwaltung anerkannt und so umgesetzt.

Das Schreiben enthält auch Informationen, wie sogenannte Pool-Fahrzeuge lohnsteuerlich behandelt werden. So ist der pauschale Nutzungswert mit 1 % des Listenpreises aller Poolfahrzeuge zu ermitteln und die Summe entsprechend der Zahl der Nutzungsberechtigten aufzuteilen.

Des Weiteren enthält das Schreiben noch weitere Angaben, wie zum Beispiel in Zukunft mit der Fahrtenbuchmethode zu verfahren ist, die lohnsteuerliche Behandlung von park and ride sowie die Überlassung an mehrere Arbeitnehmer. Insgesamt ist das BMF-Schreiben als Zusammenfassung der bisherigen Verwaltungspraxis unter entsprechender Berücksichtigung der Rechtsprechung zu begrüßen.