Energie- und Klimaziele der Europäischen Union für die Jahre 2020 und 2030

Energie- und Klimaziele der EU: Steigerung der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien, Senkung der Treibhausgasemissionen ©VKU

Im Jahr 2007 hat der Europäische Rat, zu der Zeit unter deutschem Vorsitz, erstmals europäische Energie- und Klimaziele vereinbart. Mit dem aus verbindlichen Rechtsvorschriften bestehenden Klima- und Energiepakt 2020 hat sich die EU drei Hauptziele gesetzt: So sollen bis 2020 sowohl die Energieeffizienz  als auch der Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch um 20% gesteigert werden. Des Weiteren ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 20% (gegenüber dem Stand von 1990) festgelegt worden.

Neue Leitlinien

Aufbauend auf den Zielen für 2020 hat der Europäische Rat am 23. Oktober 2014 neue Leitlinien für die Energie- und Klimaziele bis 2030 beschlossen. Gegenüber 1990 sollen die Treibhausgasemissionen nun um mindestens 40% gesenkt werden, ausschließlich durch Maßnahmen innerhalb der EU. Außerdem soll der Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch EU-weit auf insgesamt 27% erhöht werden. Schließlich ist für die Energieeffizienz ein indikatives Ziel festgelegt worden: bis 2030 eine Erhöhung um 27% und gegebenenfalls, nach Prüfung im Jahr 2018, mit der Option einer Steigerung auf 30%.

Zielerreichung

Insgesamt befindet sich die EU auf einem guten Weg ihre Energie- und Klimaziele zu erreichen. Im Jahr 2014 wurde das Ziel, die Energieeffizienz bis 2020 um 20% zu steigern bereits erreicht. Das Ziel die Treibhausgasemissionen um 20% zu senken, wurde mit 23% schon übertroffen. Im Hinblick auf die Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien befindet sich die EU mit 16% im Jahr 2014 ebenfalls auf dem richtigen Weg.

Neben den Energie- und Klimazielen hat der Europäische Rat im Oktober 2014 noch ein weiteres Ziel gesetzt: Bis 2020 soll in jedem Mitgliedstaat die Kapazität der grenzüberschreitenden Stromverbindungsleitungen zu anderen Mitgliedstaaten mindestens 10% der heimischen Stromerzeugungskapazität betragen. Derzeit unterscheidet sich der Verbund noch sehr stark zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten und beträgt in Staaten wie etwa Zypern und Malta 0%, hingegen liegt der Wert in Luxemburg bei 245%. Im Jahr 2014 lag Deutschland bereits bei 10%, 2015 erfüllten schon 16 von 28 Mitgliedstaaten das Stromverbundziel.

Allerdings kann die EU-Kommission den Netzauf- und Ausbau nicht vorschreiben, sondern nur anreizen, zum Beispiel über sogenannte Projekte von gemeinsamem Interesse, für die sie in der Vergangenheit umfangreiche Fördermittel in Aussicht stellte.