Weitere Richtlinien über Elektronikabfälle

Die Richtlinien über Elektronikabfälle sind von dreierlei Art:

  • Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (Richtlinie 2012/19/EU)

    Die Richtlinie über Elektronikabfälle ist am 13. August 2012 in Kraft getreten. Bis 2016 sollten Mitgliedsstaaten 45% der im Land verkauften Elektrogeräte zurücknehmen, wobei ab 2018 dieses Ziel auf sämtliche Elektro- und Elektronikgeräte ausgedehnt wird. Ab 2019 erhöht sich das Ziel nochmal auf 65% des Durchschnittsgewichts oder auf 85% aller anfallenden Altgeräte. Den Mitgliedsstaaten steht es frei sich der einen oder anderen Berechnungsmethode zu bedienen.

  • Richtlinie über Altfahrzeuge (Richtlinie 2000/53/EG)

    Diese Richtlinie zielt auf die Wiederverwendung von gebrauchten Fahrzeugteilen ab, wobei die Verringerung der Abfallmenge und eine Verbesserung der Umweltschutzleistung im Fokus stehen. Sie trat am 18. September 2000 in Kraft. Die Zielvorgabe sieht vor, bis Januar 2015 die Wiederverwendung und Verwertung auf mindestens 95% des Durchschnittsgewichts des Fahrzeugs zu erhöhen. Diese wurden teilweise erfüllt.

  • Richtlinie über Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumulatoren (Richtlinie 2006/66/EG)

    Am 06. September 2006 wurde diese Richtlinie rechtsgültig. Sie zielt auf eine verringerte Menge an Quecksilber, Kalium und Blei in der Umwelt ab. Diese Stoffe befinden sich in geringen Mengen in Batterien und Akkumulatoren. Es ist essentiell, dass Mitgliedsstaaten dafür Systeme zur Trennung von Altbatterien und Altakkumulatoren von sonstigem Siedlungsabfall einführen. Bis September 2016 soll die Sammelquote daher 45% betragen. Das Recycling soll außerdem mit der besten verfügbaren Technik vorgenommen werden, wobei dies auch außerhalb der Europäischen Union geschehen kann, solange die Richtlinien eingehalten werden.

Die von der EU-Kommission im Dezember 2015 vorgeschlagenen legislativen Änderungen der Richtlinien über Elektronikabfälle gehen hauptsächlich auf die Einführung wirtschaftlicher Anreize für Produzenten umweltfreundlichere Erzeugnisse auf den Markt zu bringen. Ebenfalls wird die Förderung von Verwertungs- und Recyclingsystemen angestrebt.