Erfolgreiche VKU-Vertriebstagung zu innovativen, digitalen und kundenzentrierten Produkten im Energievertrieb in Würzburg

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Am 26./27.03.2019 fand die 9. Vertriebstagung in Würzburg statt. Das Motto der Veranstaltung „Vertrieb neu gedacht – innovativ, digital, kundenzentriert“ hat über 100 Teilnehmer angezogen. In einem abwechslungsreichen Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops haben sich die Teilnehmer mit Themen des digitalen Wandels auseinandergesetzt.

Experten aus Politik, Wirtschaft, Verbänden sowie zahlreichen Fach- und Führungskräften der Stadtwerke aus den Bereichen Vertrieb, Handel, Marketing und Kommunikation haben die aktuellen Entwicklungen im Endkundenmarkt diskutiert.

Die Tagung startete mit einer Reihe an Vorträgen sowie einer Podiumsdiskussion. Der Fokus lag auf der wachsenden Bedeutung von Produktplattformen, der Digitalisierung und den neuen Möglichkeiten für Endkunden, die über das nun abgeschlossene "clean energy package" der Europäischen Kommission geschaffen wurden. Die anschließende Podiumsdiskussion stellt die Bezahlbarkeit der Energiewende in den Mittelpunkt. Breite Zustimmung hat die Forderung nach einer Reform des Entgelte- und Umlagensystems erfahren. Die CO2-Bepreisung könnte ein wesentlicher Baustein sein, um die Klimaziele in Deutschland in den nächsten Jahren zu erreichen. Ob die Forderung nach einem koordinierten Vorgehen aller EU-Staaten hierbei der richtige Lösungsweg ist, wurde eher skeptisch gesehen. Wichtig sei ein Transformationspfad, der sozialverträgliche Anpassungen zulässt, um die Finanzierungskosten der Energiewende auf einem akzeptablen Niveau zu halten.

Die sich anschließende Vortragsreihe thematisierte, welche Vertriebspotenziale hinsichtlich Smart Home Produkte, Quartiersmodelle und Mobilitätsprodukte bestehen. Außerdem wurde die Bedeutung zukünftiger digitaler Geschäftsmodelle wie u. a. die Kundenkommunikation durch Sprachassistenten und Chatbots diskutiert. Hochkarätige Referenten aus der Energiewirtschaft gaben dabei einen Ein- und Ausblick in die unterschiedlichsten Themenbereiche und präsentierten Lösungsansätze aus der Praxis. Die vielfältigen und interessanten Vorträge zeigten, wie sich kommunale Unternehmen den Herausforderungen im Energievertrieb der Zukunft stellen.

Im Rahmen von zwei Fachforen wurden spezifische Problemstellungen detailliert analysiert und bearbeitet. Ein Fachforum befasste sich mit den Vorgaben in der neuen Strombinnenmarktrichtlinie im "Clean Energy Package". Diskutiert wurden dabei die in der Richtlinie vorgesehenen weitreichenden Rechte des sogenannten "aktiven Endkunden". Insbesondere in Bezug auf die Themen dynamische Verträge, zeitlich verkürzte Tarifwechsel sowie Bürgerenergiegemeinschaften sind die bestehenden dezentralen Geschäftsmodelle bei den Stadtwerken analysiert worden. Neben den identifizierten Hemmnissen (z. B. technische Verfügbarkeit von Smart Meter) sind auch erste Lösungsansätze vorgeschlagen worden. Im zweiten Fachforum wurden die Chancen und Risiken, die durch die Digitalisierung von Energiedienstleistungen bestehen, thematisiert. Es wurden die Kundenbedürfnisse als Ausgangspunkt für die Entwicklung innovativer datengetriebener Geschäftsmodelle in den Mittelpunkt gestellt und Mehrwerte aus Sub-Metering-Daten diskutiert. Zu den weiteren Themen gehörten die Energiedienstleistungen wie "Energiecontrolling", die Implementierung von Energiemanagementsystemen sowie die Durchführung von Energieaudits.

Die VKU-Vertriebstagung hat sich zu einer Leitveranstaltung für kommunale Vertriebe entwickelt und dient den Stadtwerken als wichtige Plattform für neue Geschäftsfelder und den Erfahrungsaustausch untereinander, wie die zukünftige Rolle der Vertriebe im Endkundenmarkt aussehen könnte und welche neuen Geschäftsfelder sich daraus ergeben.

Die nächste VKU Vertriebstagung wird Ende Februar/Anfang März 2020 stattfinden.