Beschluss der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur Weiterentwicklung des Ausgleichsenergiepreissystems veröffentlicht

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Durch die angespannte Netzsituation im Dezember 2011 und Februar 2012, in denen es aufgrund von zahlreichen Bilanzkreisabweichungen zu erheblichen Regelzonenungleichgewichten gekommen ist, kam die BNetzA zu dem Entschluss das Ausgleichsenergiesystem weiterzuentwickeln.

Regelungen treten zum 01.12.2012 in Kraft

Hierbei hat sich die BNetzA zum Ziel gesetzt, schon zum kommenden Winter erste Maßnahmen zu ergreifen, die verstärkt Anreize für die Bilanzkreisverantwortlichen (BKV) setzen den Bilanzkreis ausgeglichen zu halten.

Hierzu hat die BNetzA den Beschluss gefasst, dass für die Bildung des regelzonenübergreifenden einheitlichen Bilanzausgleichsenergiepreises (reBAP) Schwellenwerte eingezogen werden sollen. Im Falle einer Über- bzw. Unterspeisung bildet der durchschnittliche mengengewichtete Intraday-Spotmarktpreis der betreffenden Stunde am deutschen Intraday-Markt der EPEX-Spot die Ober- bzw. Untergrenze für den reBAP für die jeweilige Viertelstunde gebildet.

Außerdem gilt, dass in Viertelstunden, in denen der Saldo des deutschen Netzregelverbundes einen Abruf von mehr als 80 % der kontrahierten Regelleistung in eine Richtung ausweist ein Zu- bzw. Abschlag entrichtet werden muss. Hierbei wird im Rahmen der Bilanzkreisabrechnung bei Unterspeisungen ein Zuschlag und bei Überspeisungen ein Abschlag auf den reBAP von 50 %, mindestens jedoch 100 €/MWh erhoben.

Die detaillierte Berechnungsmethodik für den reBAP ist von den Übertragungsnetzbetreibern bis zum 01.12.2012 auf der gemeinsamen Internetplattform www.regelleistung.net zu veröffentlichen.

Auch legt die BNetzA fest, dass etwaige Mehrerlöse am Ende des Kalenderjahres nach Abzug der nicht wälzbaren Kosten Netzentgelt mindernd in Ansatz zu bringen sind. Hierbei sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet bis zum 31.03. des jeweils folgenden Jahres eine Abrechnung der entstandenen Erlöse gegenüber der Bundesnetzagentur zu erstellen.

Zusätzlich werden die Übertragungsnetzbetreiber dazu angehalten den Saldo des deutschen Netzregelverbundes einschließlich der jeweils eingesetzten Regelenergiemengen spätestens 15 Minuten nach Abschluss eines Abrechnungsintervalls auf der gemeinsamen Internetplattform www.regelleistung.net zu veröffentlichen.

Die oben dargestellten Regelungen treten zum 01.12.2012 in Kraft.