Auf der großen Leinwand – VKU bei Kinoprojekt dabei Berliner Kino zeigt Film und diskutiert zur globalen Abfallproblematik

Vorhang auf, Film ab: Am 4. September 2020 war der VKU im Kino. Im Rahmen der Filmreihe #2030 der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirkes Charlottenburg-Wilmerdorf wurde im Delphi-Lux Kino am Bahnhof Zoo in Berlin der brasilianische Film Trash (2014) gezeigt. Mit dabei: die BSR, der VKU und das Social-Start-up Merijaan.

©VKU

Bereits in der 6. Staffel veranstaltet die Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, organisiert von Lidia Perico, die Filmreihe #2030. Regelmäßig werden große Blogbuster gezeigt, die eines oder mehrere der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen als Thema haben. Am 4. September 2020 war der VKU als Kooperationspartner dabei. Es wurde der brasilianische Film Trash (2014) gezeigt. Im Anschluss wurden die Themen des Films – Bildung, Gesundheit, Status, Abfallbehandlung – von Experten der Berliner Stadtreinigung (BSR), von Merijaan und des VKU diskutiert.

Worum geht es? Raphael, Gardo und Rato wachsen in einer brasilianischen Favela auf. Täglich gehen sie zur Müllhalde und durchsuchen die Abfälle nach wertvollen Gegenständen. Als sie eines Tages die Geldbörse eines Investigativjournalisten finden, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. In einer rasanten Geschichte bildet das Leben im und mit dem Abfall den Rahmen: Die Jungen von der Halde treten im Namen der Wahrheit gegen einen korrupten Politiker an.

Die soziale Dimension des Mülls

Der schnelllebige und spannende Film Trash (Brasilien, 2014) thematisiert eines der wichtigsten Themen der Entwicklungszusammenarbeit: den globalen Umgang mit Abfall. Dabei wird jedoch die in der Debatte oft dominante Umweltperspektive größtenteils außen vorgelassen. Stattdessen geht es um die sozialen Faktoren eines Lebens mit und im Müll. Die drei Jungs sind für ihre Bildung auf Freiwilligenarbeit angewiesen. Tagsüber gehen sie auf der Müllhalde arbeiten und können keine Regelschule besuchen. Rato lebt in einem Abwasserrohr unter der Deponie und hat eine Hautkrankheit. Früher hatte er das nicht, denn er lebte an einem sauberen Strand. Das Sickerwasser der Deponie hat einen direkten Einfluss auf seine Gesundheit. Schließlich spielt die Geschichte den sozialen Status der Jungs gegen den des korrupten Politikers aus: Ihr Leben hat für den Politiker wenig Wert, er verlangt sogar, sie „aus dem Weg zu räumen“.

Der Film geht damit auf enorm wichtige Faktoren in der Debatte um das globale Problem mit Abfällen ein: Immer mehr Menschen im globalen Süden leben von oder mit dem Abfall. Sie sammeln, recyceln und verkaufen Abfälle und bestreiten so ihren Lebensunterhalt. Dabei haben sie mit zahlreichen gravierenden Problemen, wie mangelnder Gesundheit, Bildung, sozialem Status und Marginalisierung zu kämpfen.

Experten berichten aus ihren Projekten

Nach dem Film folgte ein Publikumsgespräch, in dem diskutiert wurde, was die Rolle der deutschen Abfallentsorger bei diesen globalen Herausforderungen sein kann. Denn auch unabhängig von globalen Kreisläufen – natürlichen wie auch wirtschaftlichen – sind kommunale Unternehmen in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Sie setzen sich dabei immer für Umwelt- und Klimaschutz ein, doch bringen sie auch immer ihre Ideen und Ansätze zu Arbeitsschutz und sozialer Verantwortung in Projekte und Austausche ein. Von konkreten Beispielen berichteten der VKU und die BSR, die auch ihr Engagement zur Verringerung von Abfällen in Deutschland vorstellte. Denn eines ist sicher: Die Reduzierung von Abfällen, gerade auch in den wohlhabenden Industrienationen, ist unerlässlich bei der Bewältigung der globalen Herausforderung mit dem Abfall.

Merijaan, ein Berliner Social-Start-up, das sich dem Upcycling und Recycling insbesondere von Plastikabfällen aus der Umwelt verschrieben hat, berichtete von seinen Projekten in der ganzen Welt. Interessante Ansätze, wie die von Merijaan (beispielsweise wurde gesammeltes Plastik in der Corona-Pandemie zu Gesichtsschilden recycelt), könnten zukünftig auch ein Anknüpfungspunkt für das internationale Engagement kommunaler Unternehmen sein.

Mehr Informationen zur Filmreihe #2030 gibt es auf ihrer Facebook-Seite.