VKU nimmt Stellung zur Debatte um die Wassereffizienz von Gebäuden
Eines der wichtigsten Themen im Rahmen der geplanten Blueprint-Strategie der Europäischen Kommission zum Schutz der europäischen Wasserressourcen ist ein stärkerer Fokus auf Fragen der quantitativen Wasserverfügbarkeit. Dazu hatte sie im November 2011 eine öffentliche Konsultation zur effizienteren Trinkwassernutzung in Gebäuden gestartet. Der VKU hat sich an dieser Konsultation beteiligt und deutlich gemacht, dass die gewaltigen Unterschiede im regionalen Wasserhaushalt in Europa europäische Regelungen unratsam erscheinen lassen und dass in Nordeuropa Anstrengungen zur Verbesserung der Wasserqualität nach wie vor Vorrang haben sollten. Die Europäische Kommission ging in ihrem Konsultationsdokument von der Annahme aus, dass die Anzahl der Regionen, die von Wasserknappheit und Dürren betroffen sei, in Zukunft zunehmen werde. Bereits in ihrer Mitteilung über Wasserknappheit und Dürre in Europa aus dem Jahr 2007, legte sie dar, dass Europa seine Wasserressourcen effizienter nutzen müsse, um künftig Engpässe in der Wasserversorgung und ökologische Schäden zu vermeiden. Da die öffentliche Wasserversorgung für rund 21 % der gesamten Süßwasserentnahmen in Europa verantwortlich sei und der Großteil dieses Wassers in Gebäuden genutzt würde, hält die Kommission den Gebäudesektor für einen wichtigen Ansatzpunkt, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Als mögliche Maßnahmen diskutiert die Kommission in dem Konsultationsdokument Mindeststandards für wassernutzende Geräte (Duschköpfe, Toilettenspülungen), Wassereffizienzstandards für Gebäude (z.B. durch Regenwassernutzung) und Anreizstrategien über Wasserpreise und Aufklärungskampagnen. Der VKU hat in seiner Stellungnahme deutlich gemacht, dass sich die wasserwirtschaftliche Situation bereits von einer Region zur nächsten so stark unterscheiden kann, dass ein europäischer Ansatz kaum zielgerichtet und sinnvoll erscheint. Diese großen Unterschiede würden durch den Klimawandel sogar noch verschärft. Insbesondere horizontale Maßnahmen, wie europaweite Standards für Gebäude oder wasserführende Geräte, könnten keine Rücksicht auf die tatsächlichen hydrologischen Verhältnisse vor Ort nehmen. Die Kommission sollte daher ihre Rolle eher darin sehen, die Entwicklung regionaler Strategien zum Umgang mit möglicher Wasserknappheit zu entwickeln. Solche Strategien müssten zunächst ermitteln, in welchen Sektoren tatsächlich ein nennenswertes Effizienzsteigerungspotenzial bestehe. So entnehme die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland gerade einmal 2,7 % des jährlichen Süßwasserdargebots, sodass weitere Wassersparmaßnahmen in diesem Sektor nur eine begrenzte Wirkung entfalten könnten. Demgegenüber müsse stärker in den Blick genommen werden, wie etwa die Wasserentnahmen durch die Landwirtschaft und die Industrie und die Verluste in Leitungssystemen reduziert werden könnten. Auch dies könne jedoch sinnvollerweise nur auf regionaler Ebene geschehen. Europaweite Wassersparmaßnahmen, die keine Rücksicht auf die tatsächlichen hydrologischen Verhältnisse vor Ort nehmen, drohten eher zu einer Verschwendung von Ressourcen zu führen, wenn die tatsächlichen Probleme der Wasserwirtschaft vor Ort eher in Fragen der Wasserqualität (z.B. Nitratbelastung), als in Fragen der quantitativen Verfügbarkeit bestünden. Wasserknappheit könne gerade auch aus der Tatsache entstehen, dass die verfügbaren Süßwasserressourcen nicht die notwendige Qualität aufweisen. Außerdem dürfe nicht vergessen werden, dass die öffentliche Wasserversorgung in erster Linie die Gesundheit der Verbraucher im Blick haben müsse. Die in Deutschland erzielten Erfolge bei der verantwortungsbewussten Nutzung der Trinkwasserressourcen führten schon heute dazu, dass Anlagen nicht ausgelastet seien, was hygienische Probleme aufgrund längerer Aufenthaltszeiten und geringerer Flussgeschwindigkeiten mit sich bringe. Eine weitere, politisch induzierte Reduzierung des Wasserverbrauchs könnte hohe Kosten verursachen, ohne dass diesen Kosten in wasserreichen Regionen ein entsprechender ökologischer Nutzen gegenüber stünde.

VKU nimmt Stellung zur Debatte um die Wassereffizienz von Gebäuden

Großaufnahme des Kopfes eines jungen Mannes, der unter der laufenden Dusche steht

10.12.2012. Eines der wichtigsten Themen im Rahmen der geplanten Blueprint-Strategie der Europäischen Kommission zum Schutz der europäischen Wasserressourcen ist ein stärkerer Fokus auf Fragen der quantitativen Wasserverfügbarkeit. Dazu hatte sie im November 2011 eine öffentliche Konsultation zur effizienteren Trinkwassernutzung in Gebäuden gestartet. Der VKU hat sich an dieser Konsultation beteiligt und deutlich gemacht, dass die gewaltigen Unterschiede im regionalen Wasserhaushalt in Europa europäische Regelungen unratsam erscheinen lassen und dass in Nordeuropa Anstrengungen zur Verbesserung der Wasserqualität nach wie vor Vorrang haben sollten.

Die Europäische Kommission ging in ihrem Konsultationsdokument von der Annahme aus, dass die Anzahl der Regionen, die von Wasserknappheit und Dürren betroffen sei, in Zukunft zunehmen werde. Bereits in ihrer Mitteilung über Wasserknappheit und Dürre in Europa aus dem Jahr 2007, legte sie dar, dass Europa seine Wasserressourcen effizienter nutzen müsse, um künftig Engpässe in der Wasserversorgung und ökologische Schäden zu vermeiden. Da die öffentliche Wasserversorgung für rund 21 % der gesamten Süßwasserentnahmen in Europa verantwortlich sei und der Großteil dieses Wassers in Gebäuden genutzt würde, hält die Kommission den Gebäudesektor für einen wichtigen Ansatzpunkt, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Als mögliche Maßnahmen diskutiert die Kommission in dem Konsultationsdokument Mindeststandards für wassernutzende Geräte (Duschköpfe, Toilettenspülungen), Wassereffizienzstandards für Gebäude (z.B. durch Regenwassernutzung) und Anreizstrategien über Wasserpreise und Aufklärungskampagnen.

Der VKU hat in seiner Stellungnahme deutlich gemacht, dass sich die wasserwirtschaftliche Situation bereits von einer Region zur nächsten so stark unterscheiden kann, dass ein europäischer Ansatz kaum zielgerichtet und sinnvoll erscheint. Diese großen Unterschiede würden durch den Klimawandel sogar noch verschärft. Insbesondere horizontale Maßnahmen, wie europaweite Standards für Gebäude oder wasserführende Geräte, könnten keine Rücksicht auf die tatsächlichen hydrologischen Verhältnisse vor Ort nehmen. Die Kommission sollte daher ihre Rolle eher darin sehen, die Entwicklung regionaler Strategien zum Umgang mit möglicher Wasserknappheit zu entwickeln. Solche Strategien müssten zunächst ermitteln, in welchen Sektoren tatsächlich ein nennenswertes Effizienzsteigerungspotenzial bestehe. So entnehme die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland gerade einmal 2,7 % des jährlichen Süßwasserdargebots, sodass weitere Wassersparmaßnahmen in diesem Sektor nur eine begrenzte Wirkung entfalten könnten. Demgegenüber müsse stärker in den Blick genommen werden, wie etwa die Wasserentnahmen durch die Landwirtschaft und die Industrie und die Verluste in Leitungssystemen reduziert werden könnten. Auch dies könne jedoch sinnvollerweise nur auf regionaler Ebene geschehen.

Europaweite Wassersparmaßnahmen, die keine Rücksicht auf die tatsächlichen hydrologischen Verhältnisse vor Ort nehmen, drohten eher zu einer Verschwendung von Ressourcen zu führen, wenn die tatsächlichen Probleme der Wasserwirtschaft vor Ort eher in Fragen der Wasserqualität (z.B. Nitratbelastung), als in Fragen der quantitativen Verfügbarkeit bestünden. Wasserknappheit könne gerade auch aus der Tatsache entstehen, dass die verfügbaren Süßwasserressourcen nicht die notwendige Qualität aufweisen. Außerdem dürfe nicht vergessen werden, dass die öffentliche Wasserversorgung in erster Linie die Gesundheit der Verbraucher im Blick haben müsse. Die in Deutschland erzielten Erfolge bei der verantwortungsbewussten Nutzung der Trinkwasserressourcen führten schon heute dazu, dass Anlagen nicht ausgelastet seien, was hygienische Probleme aufgrund längerer Aufenthaltszeiten und geringerer Flussgeschwindigkeiten mit sich bringe. Eine weitere, politisch induzierte Reduzierung des Wasserverbrauchs könnte hohe Kosten verursachen, ohne dass diesen Kosten in wasserreichen Regionen ein entsprechender ökologischer Nutzen gegenüber stünde.

Ihre VKU-Ansprechpartner: Ulrich Haarmann Dirk Seifert


[Vorheriger Monat] Mai 2012 [Nächster Monat]
m d m d f s s
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Termine Mai 2012

04.05. 10:30h 31. Sitzung Ausschuss des Finanz- und Wirtschaftsrates beim VKU (Berlin)
07.05. - 11.05. IFAT ENTSORGA 2012 (Bayern)
08.05. Social Media für Stadtwerke (Berlin)
07.05. - 11.05. IFAT ENTSORGA 2012 (Bayern)
09.05. - 10.05. Branchenwissen Stadtwerke (Berlin)
07.05. - 11.05. IFAT ENTSORGA 2012 (Bayern)
10.05. VKU-Finanzierungskonferenz
07.05. - 11.05. IFAT ENTSORGA 2012 (Bayern)
09.05. - 10.05. Branchenwissen Stadtwerke (Berlin)
10.05. 17:30h Parlamentarischer Abend am 10. Mai 2012 - MiFID II: Energiehandel im Fokus der Finanzaufsicht
07.05. - 11.05. IFAT ENTSORGA 2012 (Bayern)
15.05. 10:30h AK Vertrieb
15.05. 10:30h Workshop "Energievertrieb" (Thüringen)
15.05. - 16.05. 18:00h 25. Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsrates beim VKU (Sachsen)
16.05. Workshop "Stadtwerke als Anbieter von Kommunikationsdiensten in Glasfasernetzen" (Baden-Württemberg)
15.05. - 16.05. 18:00h 25. Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsrates beim VKU (Sachsen)
22.05. Sitzung des VKU Landesvorstands Thüringen (Thüringen)
23.05. - 24.05. Kompaktwissen Energie-Einkauf - Alles rund um die Beschaffung von Strom und Gas
23.05. - 24.05. Kompaktwissen Energie-Einkauf - Alles rund um die Beschaffung von Strom und Gas