IT-Benchmarking im VKU

Eine Hand auf einer weißen Computertastatur

24.06.2011.  Auch die zweite Runde des IT-Benchmarking verdeutlichte die enormen Auswirkungen auf die IT-Kosten, die durch die aufgrund regulatorischer Vorgaben erforderlichen Anpassungen in der IKT-Infrastruktur und den umzusetzenden IT-Prozessen bedingt sind.

Um den Mitgliedsunternehmen eine Standortbestimmung bezüglich der IT im Vergleich zu anderen Stadtwerken zu ermöglichen, wurde vom VKU-Ausschuss für Informationsmanagement in 2009 erstmalig ein Benchmarking der Unternehmens-IT zusammen mit der Unternehmensberatung A.T. Kearney initiiert; zwischenzeitlich konnte die zweite Benchmarkingrunde abgeschlossen werden.

Die Ergebnisse der 2. Runde des IT-Benchmarking des VKU belegen eindrücklich die enormen Anforderungen an die IKT-Infrastruktur und die hohe Komplexität der aufgrund regulatorischer Vorgaben umzusetzenden IT-Anpassungen.

Insbesondere Unternehmen, die eigene Netzgesellschaften gründen mussten, weisen im Jahr 2008 durchschnittlich fast 40% höhere spezifische IT-Kosten (OPEX und CAPEX) im Vergleich zu Unternehmen auf, die keine separaten Netzgesellschaften ausgliedern mussten. Dies ist insoweit bemerkenswert, als bei diesen durchweg "größeren" Unternehmen zu erwarten wäre, dass durch Skaleneffekte niedrigere spezifische Kosten zu verzeichnen sein sollten.

Die IT-Investitionen für die Umsetzung des 2-Mandantenmodells sind im Vergleich zum 1. IT-Benchmarking noch mal signifikant höher ausgefallen (+10%). Damit haben sich die tatsächlichen Umsetzungskosten gegenüber den noch größtenteils auf Planzahlen beruhenden Daten der 1. Runde vor allem für Unternehmen mit eigenen Netzgesellschaften deutlich erhöht. Lediglich kleinere Unternehmen konnten aufgrund der Alternativlösungen gegenüber einer vollen Mandanten-/Systemtrennung das geplante Budget auch halten.

Der Betrieb dieser Systeme führt unweigerlich auch zu einer dauerhaften Erhöhung der laufenden Aufwendungen - auch hierfür erbrachte das IT-Benchmarking deutliche Belege.

Weiterhin legen die Ergebnisse den Schluss nahe, dass aufgrund der laufenden unterjährigen Umsetzungsvorgaben durch die BNetzA es in den Unternehmen kaum noch möglich ist, effizienzsteigernde IT-Optimierungsmaßnahmen im laufenden Betrieb durchzuführen.

Die aus dem IT-Benchmarking gewonnenen Erkenntnisse werden seitens des VKU intensiv in der Diskussion mit der Bundesnetzagentur und politischen Entscheidungsträgern eingebracht. Ziel ist es aktuell, insbesondere eine Verstetigung der Anpassungszyklen von Datenformaten zu erreichen. Ein Vorschlag ist, statt der bisher üblichen Halbjahrestermine, eine Terminfestlegung p.a. zur Umsetzung der Marktformate und einen weiteren - zeitlich entfernten - Termin für weitere Projekte sowie angemessene Zeit für Tests zu implementieren. Dadurch könnte der bislang zeitkritische Konzeptions-, Realisierungs- und Testaufwand sowohl von Energieversorgungsunternehmen als auch Softwareunternehmen leichter bewältigt werden. Darüber hinaus setzt sich der VKU für eine vollständige Anerkennung der aus regulatorischen Anforderungen resultierenden IT-Kosten und die jährliche und ungeminderte Übernahme der entstandenen Kosten in die Erlösobergrenzen aus IT-Aufwendungen ein.

Ansprechpartner: Dr. Stefan Thole

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22.02. - 23.02. 4. Kompetenztreffen Elektromobilität mit Fachmesse elektro:mobilia (Nordrhein-Westfalen)
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