Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) tritt am 2. September 2016 in Kraft

Kernstück ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG)

weißer Smart Meter

01.09.2016. Das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW) wurde am 01.09.2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit am 02.09.2016 in Kraft. Als Kernstück des GDEW enthält das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) die neuen Regeln für den „Smart-Meter-Rollout“.

Anzeige der Grundzuständigkeit des Messstellenbetriebs
Diejenigen Verteilnetzbetreiber, die die Rolle „grundzuständiger Messstellenbetreiber“ (gMSB) übernehmen und damit Hauptakteur des Rollouts sein möchten, müssen dies bis zum 30.06.2017 bei der Bundesnetzagentur schriftlich anzeigen.

Einbau intelligenter Messsysteme erst nach Feststellung des BSI*
Grundzuständige Messstellenbetreiber sind verpflichtet, Messstellen in Abhängigkeit ihres Jahresverbrauchs mit BSI-zertifizierten intelligenten Messsystemen auszustatten. Jedoch sind diese BSI-zertifizierten Geräte derzeit noch nicht verfügbar. Daher dürfen Unternehmen noch so lange konventionelle Messsysteme verbauen und bis zu 8 Jahre nutzen, bis das BSI die „Technische Möglichkeit des Einbaus von intelligenten Messsystemen“ festgestellt hat; mindestens jedoch bis 31.12.2016. Diese Feststellung durch das BSI wird frühestens für Mitte 2017 erwartet und ist insofern für den gMSB relevant, weil daran weitere Ausstattungsvorgaben für Messstellen gekoppelt sind. Diese können bei Nichterfüllung mit dem Entzug der Grundzuständigkeit des Messstellenbetriebs sanktioniert werden.

Zudem sind grundzuständige Messstellenbetreiber ab dem Zeitpunkt der Anzeige ihrer Grundzuständigkeit des Messstellenbetriebs verpflichtet, sämtliche Messstellen, bei denen keine Pflicht zum Einbau eines intelligenten Messsystems besteht, mindestens jedoch mit modernen Messeinrichtungen auszustatten. Dies betrifft ebenfalls Neubauten und Gebäude, die einer größeren Renovierung unterliegen.

*Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Künftiges Messwesen wird umfänglich neu geregelt
Das GDEW regelt das künftige Messwesen grundsätzlich neu. Es betrifft sowohl die

• verpflichtend umzurüstenden Messstellen,
• die hierbei maximal anzusetzenden Preisobergrenzen (=Messentgelte) und
• die einzuhaltenden Fristen.

Zudem betreffen die Neuregelungen auch die Vertragsgestaltung, die Abrechnung des Messentgelts sowie die Regeln zur Marktkommunikation zwischen den Akteuren. Im Ergebnis steigen die Anforderungen an die Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Die Modernisierung der IKT-Technik wird absehbar zusätzliche Ressourcen erfordern.

Flexibilität und individuelle Bedingungen für die eigene Rolloutstrategie nutzen
Aber: Unternehmen haben bei der technischen und organisatorischen Ausgestaltung dieser neuen Vorgaben auch Handlungsspielräume. Stadtwerke, die den Rollout als gMSB in die Hand nehmen, können unter Abwägung marktstrategischer, betriebswirtschaftlicher und technischer Bewertungen eine passende Rollout-Strategie entwickeln. Dabei kann für die Unternehmen der jeweils erfolgversprechende Rollout-Weg unterschiedlich aussehen.

Eine allgemeingültige Empfehlung für die Herangehensweise ist daher nicht möglich, denn die jeweiligen strategischen Ziele und das geplante Engagement sind zu verschieden. Jedes Unternehmen muss sich jedoch mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

• Welche Rolle soll unser kommunaler Energieversorger zukünftig beim Geschäftsfeld (grundzuständiger) Messstellenbetrieb wahrnehmen?
• Welche Aufgaben wollen wir als Stadtwerk dabei selbst übernehmen?
• Welche Aufgaben wollen/sollten wir ggfs. gemeinsam mit anderen Stadtwerken in Kooperationen angehen?
• Welche Aufgaben sollten Dienstleister übernehmen? (bspw. Smart-Meter-Gateway-Administration?)

VKU-Infotage zeigen Lösungsmöglichkeiten
Hilfestellung bei der Beantwortung der relevanten Fragen sowie mögliche Lösungswege bei den wichtigsten Vorgaben und Pflichten bieten unsere VKU-Informationstage zum Rollout/GDEW. Sehr herzlich laden wir Sie dazu am 04.10.2016 nach Frankfurt am Main ein.

In diesen praxisrelevanten Veranstaltungen informieren erfahrene Referenten über wesentliche Aspekte für die Strategie-, Planungs- und Umsetzungsphase des GDEW/MsbG und des Rollouts.

Zudem unterstützen Sie dort Mitarbeiter der VKU Consult bei der Suche nach kompetenten Partnern für den Rollout. Dabei wird u. a. auf die Erfahrung bei der Durchführung von Bündelausschreibungen im Rahmen von Kooperationen zurückgegriffen. Ihr Kontakt vorab bei der VKU-Consult ist Wolfram Speer (Tel.: 030/58 580–597, speer@vku-consult.de).

Weitere VKU-Unterstützung zum Rollout
Alle bisherigen Unterlagen zum Rollout finden Sie zudem u.s. als Anlagen zum Abruf. Zusätzlich erarbeitet der VKU derzeit als Hilfestellung für Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber einen Leitfaden zu den wesentlichen rechtlichen Regelungen und relevanten Fragestellungen zum Messstellenbetriebsgesetz.

Ansprechpartner: Christian Richter

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